Wechselnder Glaube, bleibende Romanik

Im gläsernen Erker des Restaurants auf dem Campingplatz Couspeau fällt der Blick weit über das Tal des Roubion. Klar, an interessanten Wanderstrecken fehlt es in diesem Voralpengebiet sicher nicht. Das Waldgebiet von Saou, der Höhengrat Les Trois Becs oder die bis zu knapp 1300 m hohen Berge der Montagne Couspeau sehen viel versprechend aus. Nach dem Genuss der Aussicht, lockt jedoch zunächst die Mahlzeit des Küchenchefs. Auf den gestellten Wanderkarten sind Waldparkplätze markiert, von denen zu Rundwanderungen gestartet werden kann.

Je nach Form und Laune eine kurze Strecke auf den Spuren der Hugenotten um die Burgruine von Bourdeaux, oder zu romanischen Kapellen wie St. Jean oder der von Comps, die mal protestantisch mal katholisch waren. Sind die müden Büroknochen nach einigen Tagen wieder warm gelaufen, kann die anspruchsvolle Tour mit 1119 m Höhenunterschied über den Gratweg in Angriff genommen werden. Ein gutes Training für Wanderfreunde mit viel Zeit, die demnächst ganz in der Nähe den geplanten Hugenottenweg begehen können, der über die Schweiz bis ins oberhessische Karlshafen führen wird.

Schöner Start in alten Dörfern

Auch von dem versteckt liegenden Campingplatzes Les Bastets bei Marsanne bietet sich ein reizvolles Panorama. Zu Füßen des Hügels dehnt sich eine fruchtbare Ebene, dahinter erhebt sich das Waldgebiet von Marsanne, dessen mittelalterlicher Ortsteil von der Kirche Saint Félix aus dem 12. Jh. überragt wird. Rundherum erstreckt sich eine südlich heitere Landschaft mit Feldern, Lavendel und Olivenhainen. Rosen hangeln sich entlang der alten Mauern in schattigen Gassen zum Licht, viele Häuser sind liebevoll renoviert. Viele Jahrzehnte der Landflucht verkehrten sich ab den sechziger Jahren des 20. Jhs. Ins Gegenteil. Stadtmüde sorgten dafür, dass Marsanne, wie auch andere, historische Hügeldörfer der Gegend, nicht verfielen. Feigenbäume und Ginsterbüsche verbergen die Überreste einer Burg, deren strategische Lage beim Blick auf die Talebene der Ancelle keinen Zweifel lässt. Wie bei Marsanne können die Ortsbesichtigungen auch bei anderen mittelalterlichen Dörfern wie Roynac, La Laupie oder Savasse, mit Rundwanderungen fortgesetzt werden. Und dies nur wenige Kilometer vom belebten Rhône-Tal entfernt.

Nach dem Wandern ein Sprung in die Drôme

So erweckt die Ankündigung in der Naturkunde-Ausstellung „La Gare des Ramières“ bei Allex, dass im Mündungsgebiet der Drôme wieder Biber heimisch sind, einige Zweifel. Die abendliche Exkursion überzeugt vom Gegenteil. Unbeirrt von hungrigen Schnaken, das Fernglas vor den Augen, kann das Biberpaar auf den Sandbänken in der Drôme beobachtet werden. Um die Tiere nicht zu stören, werden pro Sommer nur einige Führungen organisiert. Gekennzeichnete Pfade durch das Naturschutzgebiet Ramières an der Drôme bieten jedoch Gelegenheit für interessante Beobachtungen von Fauna und Flora. Zwischen Livron und Crest besteht die Möglichkeit entlang des Flusses zu wandern, während vom Campingplatz Gervanne in Mirabel-et-Blacons direkt in die kühlen Fluten gesprungen werden kann. …