Mittwochs, freitags und samstags zwischen 22 und 23 Uhr führen Josef Kirchhoff und Franz Grünwald in den historischen Gewändern der Nachtwächterzunft Besucher durch die Gassen der Altstadt und erhalten gleichzeitig eine jahrhundertealte Tradition am Leben. In Schwalenberg gab es zu Beginn des 20. Jahrhunderts, begünstigt durch die besonderen Lichtverhältnisse und die idyllische Lage des Ortes, eine Künstlerkolonie. Die Kunstwerke, die in dieser Zeit entstanden, schmücken noch heute die Stadt. Die Sommerakademie und verschiedene Ausstellungen setzen diese Tradition bis heute fort.

Modern im Mittelalter

Zisterzienser-Mönche brachten den Bewohnern Schwalenbergs im „finsteren Mittelalter“ eine unschätzbar wertvolle Erfindung. Aus der Magdalenenquelle im Wald oberhalb des Ortes leiteten sie das Wasser über ein ausgeklügeltes Grabensystem mitten in die Stadt. So konnten, obwohl die Wasserleitungssysteme der Römer im Mittelalter weitgehend in Vergessenheit geraten waren, im lippischen Schwalenberg Mensch und Vieh mit sauberem, klarem Trinkwasser versorgt werden.

Bei einer Wanderung entlang dem offenen Wassergraben, dem so genannten „Stadtwasser“, mache ich eine seltsame Entdeckung. Das Wasser scheint bergauf zu fließen. Doch die Erklärung ist wenig mysteriös: Durch den steinigen Untergrund und die geringe Fließgeschwindigkeit des Wassers verwirrt eine optische Täuschung das Auge des Betrachters. …

Weitere Reportagen zum Schwerpunktthema Archäologie & Geschichte in diesem Heft:

 
  • Die Römer in Mainz
  • Spuren der Vergangenheit - Entdeckungsreise im Taunus
  • Wildbachklamm Buchberger Leite - Wilde Wasser im Bayerischen Wald
  • Hier pocht Geschichte - Industriekultur im Bergischen Land
  • Wie aus dem Bilderbuch - Zwischen Römerbad und Wülzburg
  • Hier lässt man die Sau raus - Schweinehut im Donaubergland