Das Wichtigste beim Rucksackkauf: Das gute Stück muss wirklich passen!

Das bedeutet, dass nicht nur die Rückenlänge stimmen muss, sondern sich auch die sonstigen Einstellungen individuell anpassen lassen müssen. Ist das gegeben, kann man das Augenmerk auf weitere wichtige Eigenschaften lenken. So sollte unbedingt eine gute Belüftung am Rücken gegeben sein, wobei diese keinesfalls zu Lasten der Gewichtskontrolle gehen darf. Auch eine gute Belüftung und Polsterung von Schulter- und Hüftgurt sind essentiell, wenn es um den Tragekomfort geht. Erst wenn all das stimmt, sind die Raumaufteilung im Hauptfach und die weitere Ausstattung mit Taschen und Extras zu beachten.

  • Volumen: Viele Menschen sind unsicher, wenn es um das Volumen und die Art des Rucksacks geht. Für Halbtages- oder Tagestouren eignen sich Rucksäcke zwischen 20 und 30 Litern am besten. Wer einige Tage – mit Übernachtung in Hütten, ohne Gepäcktransfer – unterwegs sein will, braucht einen Rucksack bis etwa 40 Liter. Nur wenn Zelt und Campingausrüstung mitgenommen werden, benötigt man einen Trekkingrucksack mit mehr als 45 Litern.
  • Herren, Damen, Unisex: Ist die Volumenfrage geklärt, sollte man über die Ausführung nachdenken, denn mittlerweile gibt es viele Modelle sowohl als Herren- als auch als Damenversion. Hauptunterschiede sind die Form, Breite und Länge der gepolsterten Schultergurte, der Winkel der Hüftflossen und deren Polsterung. Meistens sind Damenmodelle etwas kleiner im Volumen und in der Rückenlänge etwas kürzer als die korrespondierenden Herren- bzw. Unisexmodelle.
  • Rückensystem: Weiß man, was für einen Rucksack man sucht, sollte man sich als nächstes mit dem Rückensystem beschäftigen. Grundsätzlich hat man die Wahl zwischen Netzrücken und Kontakt- oder Polsterrücken. Beim Netzrücken ist der Abstand zwischen Rücken und Rucksack größer als beim Kontaktrücken. Welches Rückensystem man bevorzugt, ist bei Rucksäcken mit kleinem Volumen Geschmackssache. Je größer das Volumen und damit das potenzielle Gewicht des beladenen Rucksacks wird, umso wichtiger werden die Hebelgesetze. Denn dann spürt man schon auf den ersten Metern einer Tour jeden Zentimeter zusätzlichen Abstandes zwischen Rücken und Rucksack, was besonders bei Menschen mit (Lenden-)Wirbelsäulenproblemen schnell ein echtes Problem werden kann. Der Abstand zwischen Rücken und Rucksack ist bei Modellen mit nicht variablem Netzrücken naturgemäß größer, als bei Rucksäcken mit Kontaktrücken. Daher ist die Lastenkontrolle bei Netzbelüftungen meist nicht so gut wie bei Modellen mit Kontaktrücken. Große Rucksäcke oder Alpinrucksäcke, bei denen die Last unbedingt sehr gut kontrolliert werden muss, sind daher immer mit Kontaktrücken ausgestattet.

DIE KANDIDATEN:

MIT NETZRÜCKEN

deuter:
Futura Pro 34 SL
Futura Pro 36

Salewa Unisex: Alp Mate 36

Tatonka Unisex: Kings Peak 45

 

MIT KONTAKTRÜCKEN

Bach Unisex: Shield Plus 35L

Gregory: 
Amber 44  
♂ Stout 45

Lowe Alpine: 
Cholatse ND40:45
♂ Cholatse ND42:47

Osprey: 
Tempest 40
Talon 44

DIE ENTSCHEIDUNG:

Bei den drei Modellen mit Netzrücken konnte sich das mit RECCO Reflektor ausgestattete Modell Kings Peak 45 von Tatonka und auch der Alp Mate 36 von Salewa jeweils ein solides „gut“ sichern. Der Testsieg (und ein „sehr gut“) geht aufgrund der rundum sehr guten und durchdachten Ausstattung und dank des sehr guten Tragekomforts an den deuter Futura Pro 34SL bzw. das korrespondierende Herrenmodell Futura Pro 36.

In der Gruppe der Modelle mit Kontaktrücken war das Rennen sehr eng. Da sich alle vier Kandidaten ein „sehr gut“ sichern konnten, entschieden mal wieder Kleinigkeiten über den Testsieg. So mussten sich am Ende die Osprey Modelle Tempest 40/Talon 44, die Gregory Modelle Amber 44/Stout 45 und das Bach Modell Shield Plus 35 L dem Lowe Alpine Cholatse 40:45 ND geschlagen geben. Dieses Modell überzeugte mit der besten Kombination aus sehr guter Ausstattung, Tragekomfort und Raumaufteilung.