Bei einem wetterfesten Outfit für draußen – Outdoorbekleidung – steht für viele die Jacke im Mittelpunkt. Denn am Oberkörper frieren die meisten Menschen zuerst, wenn es in ihrer Umgebung ungemütlich wird. Lesen Sie hier, was so eine Jacke heute alles kann, und welche Materialien guten Schutz vor Wind und Wetter bieten. Die Auswahl ist dabei viel größer als oft angenommen: Denn Outdoorbekleidung gibt es heute auch mit Bio, Fairtrade und Nachhaltigkeit.


So schützen Outdoor-Jacken bei jedem Wetter

Outdoortaugliche Jacken sollen den Körper trocken halten und vor dem Auskühlen bewahren. Sie dürfen dabei aber nicht so dicht werden, dass sie ihre Trägerinnen vollkommen einschließen. Die Luft am Körper würde sich sonst schnell übermäßig erwärmen. Durch Bewegung entsteht immer noch weitere Wärme, und der Körper wäre schnell schweißgebadet. Outdoorbekleidung muss deswegen trotz ihres Schutzes immer ausreichend durchlässig sein, um etwas frische Luft unter die Jacke zu lassen und gleichzeitig warme Luft vom Körper wegzuleiten. Neben Schutz hat die Jacke also außerdem die Aufgabe, das Klimamanagement des Körpers zu ergänzen oder zu unterstützen.

Der Wasser- und Windschutz von Outdoor-Jacken ist wichtig.

Die bekannteste Form solcher Outdoor-Jacken ist dabei die sogenannte Hardshelljacke – oft auch ganz einfach Regenjacke genannt. Ihr wichtigstes Merkmal: Sie ist wasserdicht. Ihr Gewebe hält einem hohen Regen- oder Wasserdruck stand. Wie viel Druck Textilien dabei am Ende meistern, wird über eine Wassersäule in Millimeter definiert. Hardshelljacken erreichen dabei mindestens 10.000 Millimeter – was einem Bar Druck entspricht -, oft aber auch das Doppelte und mehr. Höhere Werte sind hier sehr sinnvoll. Denn wird zum Beispiel ein Rucksack über der Jacke getragen, erhöht sich bei Regen der Druck auf den Stoff um das Gewicht des Rucksacks.

Der Wasserschutz entsteht hier durch ein sehr dichtes Gewebe, der die Jacken zugleich zum Windschutz macht. Mit einer zusätzlichen wärmenden Innenlage – zum Beispiel Fleece - bekommt die Jacke außerdem Kälteschutz. Ein Stoff, der derart dicht ist, kann allerdings nicht gleichzeitig besonders luftdurchlässig oder atmungsaktiv sein. In diesen Jacken schwitzen Sie daher relativ leicht und selbst moderne Membrane, wie sie manche Hersteller verwenden, können den Effekt nur begrenzt umkehren. Aus diesem großen Nachteil heraus entstand daher eine weitere Art der Outdoor-Jacke, die schnell viele Fans fand: die Softshelljacke.

Die verschiedenen Materialien von Outdoor-Jacken

Softshelljacken verzichten auf hohen Regenschutz und sind meist nur wasserabweisend. Die meisten Outdoor-Fans sind zwar bei Wind und Wetter unterwegs, stürzen sich aber nicht gezielt in jeden Dauer- oder Starkregen. Für einen kurzen Schauer zwischendurch genügen die wasserabweisenden Eigenschaften der Softshelljacken dann vollauf. Im Gegenzug bieten sie viel bessere Luftdurchlässigkeit, sind damit atmungsaktiver und zeigen so einen höheren Tragekomfort.

Mit ihren vielseitigen Eigenschaften erscheinen beide Arten von Jacken wie kleine textile Wunder. Der Begriff Funktionswäsche als alternative Beschreibung unterstreicht das. Ein Blick auf die Etiketten der Bekleidung zeigt dann scheinbar den Grund, wie so etwas möglich wird: Kunstfasern wie Polyamid und Polyester oder Elasthan und einige weitere Chemiefasern. Selbst Teflon findet sich auf manchen Outdoor-Jacken.

Reste von Kunstfasern finden sich u. a. als
Mikroplastiken im Meer wieder.

Alle diese Fasern oder Materialien stammen aus der chemischen Industrie, die sie mit hohem Energieaufwand aus Erdöl gewinnt. Damit fällt die Umweltbilanz dieser Kleidung alles andere als positiv aus. Im Alltag verursacht sie weitere ökologische Probleme. Beim Waschen verlieren die Kleidungsstücke regelmäßig ein paar ihrer hauchzarten Kunstfasern. Pro Waschgang und Kleidungstück kommen davon einige Hundert zusammen. Die Natur kann dieses Mikroplastik später nicht abbauen. Es gelangt zunächst in den Abwasserkreislauf. Kläranlagen können allerdings nur rund die Hälfte davon herausfiltern. Der Rest bleibt im Wasserkreislauf oder landet im Klärschlamm und damit irgendwann in der Natur oder den Meeren, wo bereits weit über eine Million Tonnen Mikroplastik herumschwimmt.

Dennoch sind Kunstfasern seit Jahren auf dem Vormarsch in der globalen Textilindustrie. Sie sind einfacher und anders als Baumwolle unabhängig von Klima oder Wetter herstellbar. So konnten Kunstfasern in der Textilindustrie nicht nur für den Outdoor-Bereich natürliche Fasern wie Baumwolle immer weiter verdrängen. Entstand noch vor 30 Jahren rund die Hälfte der Bekleidung weltweit aus Baumwolle, ist es heute nur noch etwa ein Drittel. Den Rest produzieren die Unternehmen fast ausschließlich aus Kunstfasern. Hier sehen Sie nur einen von vielen Gründen, warum die Textilindustrie zuletzt immer häufiger als eine der umweltschädlichsten Branchen am Pranger stand.

Doch zuletzt wollten immer mehr Konsumenten dabei nicht mehr mitmachen. Sie verlangten nach ökologischerer Bekleidung und wollten dazu faire Mode. Viele Modehersteller hat das zum Umdenken bewogen und so haben sie ihre Kollektionen mehr und mehr unter Nachhaltigkeitsaspekten ausgerichtet. Andere Hersteller dagegen machen das seit Jahrzehnten: zum Beispiel Hess Natur.

Hess Natur setzt sich dafür ein Mode Ressourcen schonend zu verarbeiten

Das Ehepaar Hess gründetet sein Unternehmen Ende der Siebzigerjahre aus voller Überzeugung. Als nirgendwo gesunde, unbelastete Babykleidung aus natürlichen Rohstoffen zu bekommen war, entschlossen sich die beiden, einfach selbst ökologische Bekleidung herzustellen. Schnell merkten sie, dass andere Menschen genauso danach suchten und der Rest ist ein Stück Mode-Geschichte.

Natürliches Hightech: Wolle © hessnatur

Dabei hat sich das Ehepaar Hess eigentlich nur wieder an die Wurzeln von Mode und Bekleidung erinnert. Vor Hunderten von Jahren entstand sie ausschließlich aus Wolle oder anderen Fasern und war dabei genauso funktional wie die späteren Kunstfasern. Hanf, Wolle oder Seide besitzen herausragende Eigenschaften, um den Körper vor Wind oder Wetter zu schützen und ihm gleichzeitig immer genügend Luft zu lassen. Die natürlichen Fasern können sogar noch mehr: Ihre molekulare Zusammensetzung macht sie antibakteriell und damit geruchsneutral. Oft reicht es nach dem Tragen, sie kurz durchzulüften, während Bekleidung aus Kunstfasern jetzt fast immer eine Wäsche braucht.

Einzeln oder in Kombination stehen die Fasern aus der Natur denen aus den Chemiefabriken in nichts nach. Sie sind natürliches Hightech. Hess Natur verwendet diesen Bio-Hightech und fertigt daraus neben Alltagsmode auch Outdoorbekleidung wie nachhaltige Outdoor Jacken für Damen und Herren. Die ganze Kollektion zeigt, wie fair und ökologisch Textilien sein können, wenn die Natur, das Tierwohl und vor allem das Wohl der Menschen, die die Textilien für uns herstellen, geachtet werden.

Speziell bei der Outdoorbekleidung wird dabei deutlich, welchem Irrweg Hersteller und viele Konsumenten in den letzten Jahren und Jahrzehnten gefolgt sind. Mit rein natürlichen Stoffen kann diese beliebte Bekleidung genauso effektiv wirken und dabei Schutz vor dem Wetter sowie zugleich perfekten Tragekomfort bieten.