Abweisend wehrhaft: Burg Bourscheid

Die am stärksten gefährdete Seite – auf der heute die Zufahrtsstraße verläuft – schützte man im 15. Jh. Durch eine zusätzliche Unterburg mit doppelter Ringmauer. Allein in diesen Abschnitt der Wehranlagen setzte der Bauherr vier Wachtürme, während für den weit größeren Teil des Mauerrings nur vier weitere Türme reichten. Aber dort sorgte das steile Gelände für ein stärkeres Sicherheitsgefühl der Bewohner. Trotz aller Wehrhaftigkeit nagte der Zahn der Zeit gewaltig an einer der flächenmäßig größten Burgen Luxemburgs. Seit sie Anfang des 19. Jh. Als Wohnsitz aufgegeben wurde, verfiel sie, bis sie 1972 vom Staat gekauft und in Teilen restauriert wurde.

Staatstragend: Burg Vianden

Eindrucksvoll wehrhaft und uneinnehmbar auf einer felsigen Bergspitze gelegen, überwacht die Burg Vianden das Ourtal. Diese Standortgunst nutzte man schon in der Spätantike, um ein Kastell zu bauen. Aus den verschiedenen mittelalterlichen Ausbauphasen der imposanten Anlage ging als besonderes Schmuckstück die frühgotische obere Kapelle hervor. Der zehneckige Grundriss wird durch die zierlichen Säulengruppen malerisch betont. Dass die Burgeng mit der großherzoglichen Familie verbunden ist und häufig in Staatsbesuche eingebunden wurde, zeigt die Bildergalerie prominenter Gäste im Obergeschoss.

Diese Räumlichkeiten sind jedoch sehr jung, denn die oberen Teile der Burg wurden erst nach 1970 wieder vervollständigt. Ein berühmter Gast schwärmte noch im späten 19. Jh. Von der malerischen Ruine: Es war Victor Hugo. Ein kleines Museum zu Füßen des Burgbergs an der Brücke über die Our erinnert an seine Aufenthalte im Großherzogtum…

Mit einem Tourentipp: Der Victor Hugo Pfad

Die Reportagen zum Schwerpunktthema Luxemburgische Ardennen in diesem Heft:

  • Ardennenlandschaft
  • Waldgeschichte
  • Bäuerliche Kulturlandschaft
  • Kulinarisches aus der Region
  • Rot-Wieß-Blau
  • Volksglauben im Ösling
  • Land der Höhenburgen