Von Jägern und Riegeln

Niederbayerische Sprachkenntnisse helfen beim Übersetzen des Begriffs Brotjacklriegel: „Riegel“ bedeutet Bergrücken oder Vorberg. Der Brot-Jackl war – der Sage nach – ein kleines Männlein, das sich im Dreißigjährigen Krieg auf dem Berg versteckt hielt. Vermutlich entstand der Name aber bei Vermessungsarbeiten der Franzosen unter Napoleon, wo wegen eines Missverständnisses des bayrischen „Broada Jaga-Riegel“ (breiter Jägerriegel) eben Brotjacklriegel aufgeschrieben wurde. Der markante Berg ist mit seinem 121 m hohen Sendeturm nicht zu übersehen. Ein traumhaftes Panorama lockt auf den 25 m hohen Aussichtsturm. Man kann den Berg aber auch auf einer elf Kilometer langen Rundtour umwandern. Große Teile der Blumenwiesen und Wälder wurden wegen ihrer ökologischen Bedeutung in das europaweite Schutzgebietssystem „Natura 2000“ eingegliedert. Zu den Kostbarkeiten gehören die Schlucht- und Hangmischwälder oder die „montanen Borstgrasrasen“, auf denen die selten gewordene Arnika gedeiht und die Holunderorchis noch wild wächst. Mit Glück begegnet man den scheuen Waldbewohnern wie Rauhfußkauz oder Waldfledermaus. Auf leisen Sohlen schleicht vielleicht auch der Luchs durch den Wald. Wer sich nicht zwischen Rundweg und Gipfelbesteigung entscheiden kann, verbindet eben beides. Vier Turmwege von jeweils weniger als einer Stunde führen in verschiedenen Schwierigkeitsgraden vom Rundweg zum 360°-Panorama.

Goldsteig als Zugabe

Die 19. Etappe des Goldsteigs führt direkt über den Brotjacklriegel. In Lalling spaziert man durch den Feng Shui Park, einem ganz ungewöhnlichen Kurpark, macht vielleicht noch einen Abstecher zum Obsterlebnisweg oder zum Königinnen-Garten. Weiter geht es in das Hundinger Tal, in dem einst nach Gold gesucht wurde. …