Wie ein Riegel stemmt sich der Kamm des Rothaargebirges zwischen Ginsberger Heide und Haincher Höhe gen Westen. Er ist die markante Klammer zwischen Siegerland und Wittgensteiner Land. Eine Wasserscheide. Auf seinem Kamm zieht der legendäre Rothaarsteig Richtung Brilon bzw. Dillenburg. In summa: Eine Laune der Natur.

Quellenmeile und Wasserschwamm

Steil steigt der Kamm hinter Netphen in die Höhe. Für die ostwärts ziehenden Wolkenpakete gibt es an der grünen Mauer aus dichtem Laubwald, durchsetzt mit Fichtenwäldern und mit unglaublich idyllischen Wiesentälern kein Zurück. Aufsteigen ist die Parole und Abregnen die logische Folge. Zwischen Lützel, einem der Rothaarkammpässe und dem Jagdberg reihen sich Quellen auf kürzester Distanz aneinander. Erst die Ederquelle in der Nähe vom Forsthaus Hohenroth mit dem Kyrillpfad, dem Wildgehege und dem Informationszentrum, unweit die Siegquelle und dann die Lahnquelle – hier stehen die Kinderstuben von drei veritablen Flussdamen. Erstaunlich ist, wie hoch hier die Quellhorizonte liegen. Der Kamm ist einziger Wasserschwamm.

Wassertank in der Höhe

Buntsandstein kann extrem viel Wasser speichern, Tonböden wiederum lassen wenig Wasser durch. Diese geologischen Besonderheiten in Verbindung mit dem hohen Niederschlagsaufkommen haben eine einzigartige Quellenpassage geschaffen. Neben moorigen Abschnitten begeistern noch weitere Quellen den wandernden Gast. Besonders idyllisch ist die Quelle der Ilse, die am Heiligenborn aus dem Berg gurgelt. Die Ilmquelle ist zwar unscheinbar, aber unterstreicht den Wasserreichtum. Die Lahnquelle ist übrigens ein Quellteich unter Lindenbäumen. Eder und Sieg haben gefasste Quelle. Ganz in der Nähe der Ginsberger Heide entspringt auch noch die Ferndorf. ...