Waldbaden mit Aussicht auf dem Baumwipfelpfad in Bad Iburg.
© Klaus Herzmann


Tempo drosseln, Grübeln einstellen, die Sinne schärfen – so verhilft das Waldbad zu tiefer Entspannung, stärkt Körper und Geist. Besser noch als eine Wanderung? Auf jeden Fall anders. Denn wer wandert, hat ein Ziel vor Augen – die nächste Einkehr, den nächsten Etappenort und manchmal ist der ganz besondere Weg das Ziel. Waldbaden ist Wandern ohne Ziel – und viel, viel langsamer. Es ist ein Weg, den Wald anders kennenzulernen – und sich selbst.

Weniger Stress, mehr Abwehrkraft

Das Waldbaden stammt aus Japan. Dort heißt es „Shinrin Yoku“ und ist seit den 1980er-Jahren ein staatlich anerkannter und empfohlener Weg, Stress abzubauen, den Blutdruck zu senken, das Immunsystem zu stärken, dem Burnout vorzubeugen.

Wald, Wasser und Sole
sorgen im Osnabrücker Land für gesunde Erholung.
© Klaus Herzmann

In den Kurorten und Heilbädern des Osnabrücker Landes im Natur- und UNESCO Geopark TERRA.vita lässt sich das Waldbaden ganz leicht ausprobieren und erlernen. Mittlerweile bieten in Bad Iburg, Bad Rothenfelde, Bad Laer und Bad Essen ein Dutzend geschulte Trainer Kurse mit unterschiedlichen Schwerpunkten an. Sportbekleidung, Badesachen? Sind nicht nötig.

Entspannungspädagogin Annette Bernjus
© embe-foto Manfred Bernjus

„Im Grunde geht es darum, den Wald wieder so zu erleben und zu entdecken, wie Kinder es tun“, erklärt Annette Bernjus.
Die Entspannungspädagogin und deutsche Waldbad-Pionierin brachte den japanischen Gesundheitstrend während der 6. Niedersächsischen Landesgartenschau, die noch bis zum 14. Oktober dauert, nach Bad Iburg und bildete die Kursleiter in den übrigen Orten des Osnabrücker Landes aus. Im Waldkurpark des Kneipp- Kurorts zeigt sie, was sie damit meint. Sie lädt dazu ein, eine Handvoll Waldboden aufzuheben, daran zu riechen, die Erde ganz bewusst zu spüren. Sie regt dazu an, den Geschmack des Waldes zu kosten – z. B. ein Buchenblatt, das weniger herb schmeckt als so mancher trendiger Blattsalat. Und sie ermuntert dazu, einen Baum zu umarmen – „aber wer das nicht möchte, der muss es nicht“

Einfach den Wald genießen

Mit allen Sinne eintauchen in die Waldatmosphäre:
Waldbaden ist ganz einfach - man muss sich nur drarauf einlassen.
© Klaus Herzmann

Anfangs fällt es vielen schwer, das Tempo rauszunehmen, im Schneckentempo zu schlendern oder schweigend den Wald zu genießen. Meditationen, Wahrnehmungs- und Atemübungen helfen dabei und unterstützen die Wirkung. Wer den Dreh einmal raus hat, der spürt, wie seine Laune steigt, wie er zur Ruhe kommt und entspannt – und kann jederzeit und überall wieder ein Waldbad nehmen. Denn die simplen Achtsamkeits- und Entspannungs-Übungen sind zwar in den herrlichen Wäldern des Wiehengebirges und des Teutoburger Waldes ein besonderes Erlebnis – sie wirken aber auch im Stadtpark daheim.

Wandern zum Waldbad

Die Kurorte und Heilbäder des Osnabrücker Landes lassen sich auf regionalen und überregionalen Wanderwegen erreichen.

  • Bad Iburg liegt am TERRA. track Kneipp to go und am Top Trail Hermannshöhen.
  • Nach Bad Essen gelangt man auf dem Wittekindsweg, der das Rathaus des Westfälischen Friedens in Osnabrück mit der Porta Westfalica verbindet, und auf dem DiVa Walk.
  • Bad Laer und Bad Rothenfelde sind durch die „große Schleife“ des Ahornwegs miteinander verbunden.

 


Mehr Infomationen finden Sie unter www.osnabruecker-land.de