Jedes Jahr im Frühsommer geht das alte Spiel wieder los: Käsig weiß kommt man aus dem Winter und haut sich in die Sonne. Der obligatorische Sonnenbrand wird auf dem Weg zum braunhäutigen Schönheitsideal billigend in Kauf genommen. „Ach, der kleine Sonnenbrand...“

Ganz schön naiv und nicht gerade clever. Die Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sprechen nämlich eine andere Sprache: Für Deutschland vermelden sie 100.000 Neuerkrankungen an Hautkrebs pro Jahr. Sie meinen, das ist rein erblich determiniert? Falsch! Der Hauttyp bestimmt, wie anfällig man gegen UV reagiert (Risikogruppe), nicht ob man später Hautkrebs bekommt oder nicht. Dermatologen bestätigen, dass Verhaltensfaktoren das Hautkrebsrisiko signifikant erhöhen. Erstens sind frühe, schwere Sonnenbrände in der Kindheit und Jugend ursächlich für den Schwarzen Hautkrebs (Malignes Melanom), zweitens ist die Kumulation von UV-Licht entscheidend für den Weißen Hautkrebs (Lentigo maligna). Interessant, dass es hier nicht nur die Sonnenstrahlen sind, die schädigen, sondern dass auch ausdrücklich „häufige Bestrahlung im Solarium“ genannt wird.

Richtiges Verhalten beugt vor

Das muss nicht sein, denn Verhaltensprophylaxe ist relativ einfach und unkompliziert, frei nach dem Motto: „Der einfachste Sonnenschutz ist immer noch der wirksamste.“ Das umfasst eine Kopfbedeckung, die auch Gesicht und Nacken schützt, Sunblocker für Hände und Gesicht, möglichst lange und weit geschnittene Hosen und Hemden oder T-Shirts, Schuhe, die den Fuß vollständig bedecken und eine Sonnenbrille mit UV-Schutzgläsern. Je weniger Haut mit Lichtschutzcreme eingecremt werden muss, desto besser, denn Lichtschutzmittel schützen weniger als vermutet. So nutzt ständiges Nachcremen wenig, da die Haut sich nicht so schnell regeneriert, dass die zweite Ladung Creme noch schützt und außerdem müssen 2 G pro cm2 von der Sonnencreme aufgetragen werden, um den angegebenen Schutz zu erhalten. Doch so viel nimmt keiner. Besser und sicherer ist daher textiler UV-Schutz.

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