Unterwegs auf Etappe 2 – Saar-Hunsrück-Steig

Die Sicht ist neblig am Ufer der Saar. Wir befinden uns fast am Ende der Wanderung und betrachten das ruhige Wasser. Wir blicken die Saar entlang, die sich in der Ferne im Nebel aufzulösen scheint. Hoch oben schält sich schemenhaft der Aussichtsturm des Baumwipfelpfades in die Höhe. Trübes Wetter hat uns heute auf dem Saar-Hunsrück-Steig begleitet. Aber das hat der Weg mit seinen Eindrücken und Gastgebern bestens ausgeglichen. 

Einige Stunden zuvor beginnt das Sinneserlebnis auf dem Steig mit einer Weinprobe im Cloef-Artrium in Orscholz. So werden die Nasen gut für die kommenden Eindrücke aufgewärmt. Nach dem Fest der feinen Tropfen erwartet uns draußen ein leichter Nieselregen. Doch wir sind wetterfest. Auf geht's zum Baumwipfelpfad, der direkt neben dem Atrium als familienfreundliches und barrierefreies Besucher-Highlight entstanden ist. In 42 m Höhe werden wir mit einer wundervollen Aussicht vom Turm auf die Saarschleife belohnt. Der Wind zieht frisch und klar an uns vorbei, in der Ferne legen sich die Nebelschwaden geheimnisvoll über die Saar und das Umland.

Im Steinbachtal ist die Auswahl an Fotomotiven grenzenlos schön.

Ein traumhaftes Tal als alternative Etappenführung

Nach einem Besuch bei Buchnas Landhotel Saarschleife, ein Familienbetrieb der gerne Wandernde bei sich genüsslich empfängt, wandern wir unterhalb des Baumwipfelpfades vorbei am Aussichtpunkt auf die Cloef in Richtung Steinbachtal. Dieser Verlauf, bereits jetzt auf der Saarschleife Tafeltour zu erleben, soll bald als alternative Etappenführung des Steigs dienen und neben dem Nordufer der Saarschleife (Originalverlauf) auch das Südufer mit einschließen. 

Der namensgebende Bach begleitet uns durch das wilde Tal mit felsigen Steilhängen. Viele unterschiedliche Grüntöne fallen sofort ins Auge. Die moosbewachsenen Steine und die Wurzeln der Bäume, vor allem der Krüppeleichen, täuschen darüber hinweg, dass das frische Grün der Blätter noch auf die ersten warme Tage wartet. Der Steinbach windet sich entlang größerer und kleinerer Gesteinsbrocken. Verwunschen recken sich die kahlen Äste dem Himmel entgegen, enden in immer dünneren Verästelungen.

Saar-Hunsrück-Steig

  • 410 Kilometer, 27 Etappen
  • Perl an der Mosel über Idar-Oberstein und den Hunsrück bis nach Boppard am Rhein sowie über einen Abzweig zur Römerstadt Trier

Etappe 2

  • 17,1 km, ca. 4,5 Std.
  • Hellendorf – Mettlach

www.saar-hunsrueck-steig.de

Übers Wasser hoch zur Burg

Wir treten aus dem Tal und gelangen an das Ufer der Saar. Dort zeigen uns die Betreiber der SaarschleifenLodge ihre neue entstandenen Tiny Houses. Die kleine, moderne Holzhäuser stehen für Gäste auf der Suche nach der immer leicht feuchten, klaren guten Luft des Tales und viel Natur bereit. Wir queren die Saar mit der Saarfähre, die einzige am Fluss, und damit genauso wie die Flussschleife etwas ganz besonderes. Am anderen Ufer führen unsere Schritte zunächst aufwärts in dichten Nadelwald, würzige Luft nach nassem Laub und Harz umgibt uns. Später geht die Szenerie in einen Laubmischwald über. Unser Ziel ist die Burg Montclair. 

Der Weg ist von Waldhängen eingefasst, links und rechts geht es teils steil bergauf und bergab. Unsere Füße stemmen sich in den oft matschigen Untergrund und bahnen sich einen Weg bergauf. Schließlich lassen wir die letzte Biegung hinter uns und blicken hinauf zu den Mauern der Burg Montclair. Vom Gebäude aus dem 15. Jahrhundert bietet sich uns ein wunderbar weiter Blick über das Saarland. In den Sommermonaten bietet sich die Möglichkeit zur Einkehr an. 

Eine Schleuse und das Ziel in Sicht

Von der Burg geht es hinab zum Endpunkt der zweiten Etappe des Saar-Hunsrück-Steigs, in die Stadt Mettlach. Sie ist geprägt vom Familienunternehmen Villeroy und Boch, das den Industrieboom in der Region im 19. Jahrhundert mit gestaltet hat. Auf dem Weg nach Mettlach haben wir noch einen guten Blick auf die Saarschleuse. Rund 15 Minuten braucht es, um die Passagierschiffe hoch und runter zu heben. An der St. Lutwinus Kirche endet die Etappe – und wir genießen ein paar Fetzen blauen Himmels, der sich am Ende doch noch zeigt. Ein wunderbarer und sinnesreicher Wandertag! 


Stimmen von der Cloef

Weinverkostung im Atrium Cloef

Erna Hein nimmt uns mit auf die Weinhänge im Dreiländereck

Unter einer hohen Decke mit viel Holz und Glas empfängt uns Erna Hein in der modernen Wohlfühlarchitektur des Atrium Cloef. Die Expertin ist beruflich wie privat tief mit Wein verwurzelt: Aktuell darf sie 18 Weinstöcke ihr Eigen nennen. 
Neben Riesling und Elbling stellt sie uns einen Rivaner vor. Zunächst sollen wir die verschiedenen Geruchsaromen auf uns wirken lassen. Wir schwenken das Glas, damit sich das Aroma bestmöglich entfalten kann. Eine deutliche Apfelnote strömt intensiv aber unaufdringlich in die Nase und überlagert dezent die anderen Nuancen, auf die uns Frau Hein aufmerksam macht: Kräuter, Birne und Muskat. Um diese Aromen einzeln herauszufiltern, braucht es schon eine geübte Nase. Geschmacklich fällt es etwas leichter: Die milde Säure in Verbindung mit Zitrus ist unverkennbar, dazu ein Hauch von Ananas. Neben Wein werden in der Regiothek auch andere regionale Produkte wie Nudeln und Honig angeboten. 

www.cloef-atrium.de 

Übersicht zu den regionalen Erzeugnissen: www.ebbes-von-hei.de

Regionale Spezialitäten im Landhotel Saarschleife

Wir treffen Michael Buchna im Hotel

Bereits die 5. Generation findet sich unter dem Dach des 1972 gegründeten Hotels in Orscholz. Gemeinsam anpacken, Ideen verwirklichen und mit dem Wissen aus der Vergangenheit motiviert in die Zukunft schreiten, diese Ansprüche heben sich im Gespräch mit Michael Buchna, Familienoberhaupt und Geschäftsführer, hervor. In der Küche dampfen die Töpfe und Pfannen, Aromen von süßen und herzhaften Speisen, wie dem Viezhasen oder dem Gebäck „Tütchen“, strömen in die Nase. Die Ziele des Hauses sind klar: traditionelle Gerichte in z. T. neuen Interpretationen bieten, regionale Produkte sind ein Muss und ein zunehmend wachsender veganer Anteil der Speisen bringt Genuss und Gesund auf höchstem Niveau zusammen. Bereits jetzt belegt die Auszeichnung mit dem Grünen Michelin Stern: Gastronomie und Nachhaltigkeit, dass das Team seine Ziele umsetzt. Und nach einem langen Tag auf Wanderschaft  findet sich im Landhotel ebenfalls ein feines Wellnessangebot.

www.hotel-saarschleife.de

Zwischen den Bäumen träumen

Michael Lenz und Doris Jakobs laden zum Übernachten und Erholen ein

An einem abgeschiedenen, stillen Platz direkt am Saar-Ufer bei Mettlach-Dreisbach sind, gruppiert wie ein kleines Dorf, die Tiny-Houses entstanden. Einfach aber komfortabel und mit großzügigen Glasfronten entworfen, sind sie offen und hell gestaltet. Rein mit Holz verarbeitet, fügen sie sich fast wie von selbst in die Umgebung ein und vermitteln ein Gefühl von Abgeschiedenheit und Ruhe. Michael Lenz öffnet für uns die großzügige Schiebetür eines der kleinen Häuser und lässt uns hinein blicken. Ein intensiver, frischer Holzgeruch umfängt uns und lässt den Wunsch aufkommen, am liebsten reinzugehen und es sich mit einer Tasse Tee gemütlich zu machen. 
Doris Jakobs ergänzt den Eindruck des friedvollen Zusammenspiels von Natur und Wohnen mit ihrem kleinen Exkurs zur Flora der Umgebung. Sie ist Kräuterpädagogin und führt mit Michael Lenz zusammen auch die angrenzende Gastronomie und Weinbar. Hier wird regionaltypisches Essen kredenzt und Zeit für nette Gespräche geboten.

www.saarschleifenlodge.eu

Eine Fähre für die Saar

Die Fähre Welles nimmt uns mit übers Wasser

Eine Besonderheit auf der Saar, denn an der Anlegestelle in Steinbach, direkt an der Saarschleife, setzt die einzige Fähre Ausflügler von einem Ufer zum nächsten. Die kurze Fahrt auf dem kleinen Boot – Platz ist für 12 Personen – ist eine schöne Ergänzung zum Wandertag. Sofort richtet sich der Blick hoch in Richtung Aussichtsturm vom Baumwipfelpfad oder in entgegengesetzte Richtung dem Wasser des Flusses folgend, eingerahmt von den bewaldeten Hängen und hervorblitzenden Felsen.

April bis Oktober: täglich von 10.00 - 17.50 Uhr
Montag Ruhetag

www.saarschleifenland.de


Tipps für Tagesausflüge am Saar-Hunsrück-Steig:

 Saarschleife Tafeltour

  • Rundwanderung, 15,2 km, ca. 5 Std.
  • Start/Ziel: Mettlach oder Orscholz

→ Baumwipfelpfad Saarschleife

www.baumwipfelpfade.de

→ Traumschleifchen Forsthofrunde

  • Rundwanderung 6,3 km, ca. 2 Std.
  • Start/Ziel: Forsthof Nunkirchen
  • Highlights: Blick auf Golfpark Seilerhof • Forsthof Nunkirchen mit regionalen Produkten und artgerechter Tierhaltung 

→ Fruchtsaftkelterei und Brennerei Väth

  • Saar-Hunrück-Steig Etappe 5, Losheim am See
  • vitaminschonende und umweltfreundliche Obstveredelung seit 1949
  • Direktverkauf von Säften, Viez (Apfelwein), Secco, Schnäpsen und Edelbränden