Sonnenlicht regt die Produktion des Glückshormons Serotonin sowie die Bildung von Vitamin D an. Vitamin D unterstützt wiederum nicht nur die Calciumaufnahme in den Knochen, sondern auch unsere Muskeln und das Immunsystem. Sehr einfach gesagt: Ohne Sonne im Gesicht bekommen wir schlechte Laune und fühlen uns leistungsschwach. 

Sonnenschutz – die üblichen Verdächtigen

Mit diesen vier Punkten lässt sich bereits ein sehr guter Schutz vor Sonneneinstrahlung auf Wanderungen erreichen:

  • Sonnencreme (mindestens LSF 30 und wasser- bzw. schweißfest; für Gesicht, Ohren und Nacken ist LSF 50 empfehlenswert)
  • Kopfbedeckung (die Krempe sollte mindestens das Gesicht schützen; besser ist ein Rundumschutz, damit auch Ohren und Nacken im Schatten liegen)
  • Sonnenbrille
  • Lange Ärmel (besonders Schultern und Oberarme sind ohne Schutz schnell gerötet. Auch die Handrücken sollte man nicht vergessen, vor allem wenn viel gekraxelt wird.)

Aber die Wanderung geht viel durch den schattigen Wald, reicht das nicht?

Im Sommer und bei großer Hitze ist es grundsätzlich eine gute Idee, Wanderungen mit schattigen Passagen oder komplett durch Waldgebiete zu planen. Dadurch lässt sich die Belastung durch Sonne und Hitze deutlich reduzieren.

Aber auch im Schatten unter den Bäumen ist unsere Haut UV-Strahlung ausgesetzt. Deshalb gilt auch hier: die empfindlichsten unbedeckten Hautpartien regelmäßig eincremen.


Tipp #1:

Nicht nur Temperaturen und Sonnenstunden im Wetterbericht beachten, sondern auch die prognostizierte UV-Intensität, den UV-Index, der Region. Je höher der Index, desto besser sollte der Sonnenschutz sein, wenn man den Tag draußen verbringen möchte. Übrigens: UV-Strahlung nimmt mit der Höhe zu. Auf 2.000 Metern Höhe liegen fast 40 % mehr UV-Strahlung vor. Auf 3.000 Metern sogar bis 60 %.

Aktuelle Daten und Übersichten zum UV-Index findet ihr z.B. beim Deutschen Wetterdienst


Tipp #2:

Die Zeitplanung der Wanderung spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Lieber früh starten und die stärkste Hitze am Mittag und Nachmittag durch Pausen oder Einkehr im Schatten vermeiden.


Textiler UV-Schutz

Sonnencreme sollte man immer dabeihaben. Auf langen oder besonders schweißtreibenden Touren kommt man mit dem Nachcremen jedoch oft kaum hinterher. Dann ist textiler Schutz häufig praktischer und effektiver.

Viele Outdoor-Marken setzen inzwischen auf Materialien mit integriertem UPF (Ultraviolet Protection Factor). Ähnlich wie beim Lichtschutzfaktor (LSF) von Sonnencreme gilt:

  • UPF 30 = 30-mal längerer Aufenthalt in der Sonne als ohne Schutz

Da es jedoch keine einheitliche gesetzliche Grundlage für die Definition der Schutzfunktion gibt, ist es wichtig, auf zertifizierten UV-Schutz zu achten.

Sunshirts

Unter dem Begriff „Sunshirts“ finden sich vor allem langärmlige Oberteile, teilweise mit Daumenschlaufen zum Schutz der Handrücken oder mit Kapuze. Das Material ist besonders dünn und leicht, damit man auch bei Hitze nicht im eigenen Schweiß eingeht. Dabei kann es sich sowohl um Mischgewebe als auch um reines Polyester handeln.

Der UPF reicht je nach Modell von 30 bis 50 oder sogar darüber hinaus. Je nach Hauttyp und Einsatzbereich gibt es also unterschiedliche Optionen.


Tipp #3:

Sunshirts sind auch ideale Begleiter für Aktivitäten auf dem Wasser — egal ob auf dem SUP, Segelboot oder im Kajak bzw. Kanu.


Hosen

Auch Wanderhosen und Skorts gibt es mit entsprechenden Eigenschaften — sowohl kurz als auch lang. Besonders lange und luftige Schnitte bieten guten Schutz, ohne dabei einen unangenehmen Hitzestau zu verursachen.

Es gilt: Je mehr Haut bedeckt ist, desto besser geschützt ist man.


Tipp #4:

Auch der Schutz durch Socken sollte nicht unterschätzt werden. Sie schützen den empfindlichen Fußrücken, etwa bei Pausen am Wasser oder nachmittags am Zelt außerhalb der Wanderschuhe.


Inhärenter UV-Schutz

Textilien können zusätzlich mit UV-Schutz ausgestattet werden, sie können aber auch einen inhärenten UV-Schutz besitzen — diesen also von Natur aus mitbringen. Die UPF-Angabe erfolgt dabei häufig ohne Zertifizierung. Das ist zwar weniger verlässlich, dennoch gibt es einige Regeln zur Orientierung:

  • Je dünner, weitmaschiger und lockerer ein Stoff gewebt ist, desto geringer ist die Schutzleistung.
  • Matte Fasern absorbieren und blockieren UV-Strahlung besser als glänzende oder glatte Fasern.
  • Dunkle Farben absorbieren UV-Strahlung besser als helle.
  • Naturfasern, insbesondere Baumwolle, weisen durch ihre natürliche und ungleichmäßige Gewebestruktur eine höhere Fasertransmission auf.
  • Chemiefasern wie Polyester oder Polyamid reflektieren UV-Strahlung besser, unter anderem durch eingebundenes Titanoxid. Außerdem lassen sie sich dichter verweben.

Hinweis: Alte Fasern lassen mehr UV-Strahlung durch als neue. Auch Dehnung erhöht die Durchlässigkeit, ebenso wie Nässe. Besonders Baumwolle wird im feuchten Zustand nahezu durchsichtig und verliert dadurch einen erheblichen Teil ihres UV-Schutzes.

 


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