Startschuss für die Wanderwelle

Das Jahr 2001, der Ort Dillenburg – am Bahnhof der Oranienstadt endet ab Mai der Rothaarsteig und damit beginnt hier ein neuer Trend zum Wandern. Denn der Fernwanderweg, der auf 154,7 km von Brilon über die Kämme des Rothaargebirges ins Lahn-Dill-Bergland führt, war einer der ersten zertifizierten Premiumwege Deutschlands. Das Qualitätssiegel ließ Erfahrene ihre Stiefel neu schnüren und lockte eine neue Generation Wandernde auf den Weg. Und egal ob nach sechs, acht oder zwölf Etappen irgendwann erreichen alle Rothaarsteigbegehungen Dillenburg. Mehr als zwanzig Jahre später ist die Mehrtagestour ein Klassiker auf deutschen Wanderkarten. 

Naturpark ganz nah

Die Fachwerkaltstadt von Dillenburg
Die Fachwerkhäuser kreieren historisches Flair in Dillenburg
© Dominik Ketz

Wer den Naturpark Lahn-Dill-Bergland erkunden möchte, begibt sich ab Dillenburg auf den Lahn-Dill-Bergland-Pfad. Auf fünf Etappen führt dieser durch das idyllische Mittelgebirge. Während der 85 km-Tour durchqueren Wandernde dichte Wälder, streifen über Heiden und Wiesen und pausieren in malerischen Orten wie dem malerischen Kneipp- und Thermalbad Bad Endbach, den Luftkurort Gladenbach sowie Caldern mit der beeindruckenden Nikolaikirche. In Marburg laden dann die historische Oberstadt und das Schloss zum Schlendern ein. Unterwegs können Abstecher auf die 18 Extratouren eingeschlagen werden. Diese Themenwege von sieben bis 37 km eignen sich auch um die Region auf Tagesausflügen zu erkunden.

Geschichte zum Gehen

Malerische Pause bei Herborn
© Volker Krenz

Alternativ zu Dillenburg lässt sich der Lahn-Dill-Bergland-Pfad auch in Herborn beginnen. Doch die malerische Fachwerkstatt ist auch Knotenpunkt für weitere Wege. Von Süden aus ist Herborn Teil des Hugenotten- und Waldenserpfads. Dieser Europäischer Kulturfernwanderweg führt von Frankreich oder Italien aus auf 1.800 bzw. 2.300 km nach ins nordhessische Bad Karlshafen. Dabei beschäftigt sich der Weg mit der Fluchtgeschichte der protestantischen Minderheiten die im 16. und 17. Jahrhundert vor der Verfolgung durch katholische Regierungen nach Norden migrierten.

Besuch bei den Basaltköppen

Von Herborn startend können sich Wandernde auch auf den Westerwaldsteig Richtung Rhein begeben. Dabei lassen sich die unterschiedlichsten Landschaften des Mittelgebirges mitsamt der Wäller Kultur besser kennenlernen: Vom Quilt aus Wiesen und Feldern, der sich über die Hügel zieht, zu urwüchsigen Wäldern, und vom Lehm des Kannenbäckerlandes bis zu den geometrischen Basaltkegeln – der Westerwaldsteig bietet abwechslungsvolle Eindrücke in die Region. Und nach 235 km und 16 Etappen erreicht der Weg dann bei Bad Hönningen den Rhein.

Speeddating am Rendezvous der Wege

Auch kurze Wege führen in die Natur bei Dillenburg
© Jan Bosch

Wer lieber direkt am Rendezvous der vier Wege in Dillenburg verweilt, kann sich von hier aus wunderbar auf ein Rundwege begeben. Die Lahn-Dill-Bergland Extratour Kuckucksweg führt auf ca. 12 km beispielsweise zu zauberhaften Aussichten beim Stadtteil Eibach und im Naturschutzgebiet Kanzelstein. Währenddessen bietet die 16 km lange Rothaarsteig Spur Wacholderweg auf die Spur der Beere im Naturschutzgebiet „Alteberg und Sauernberg“. Historisch wird es auf dem Oranierpfad. Dieser beleuchtet auf knapp 27 km die Stadtgeschichte unter der Herrschaft des niederländischen Königshauses. Gleichzeitig gibt es aber auch naturnahe Abschnitte um durchzuatmen.

 

Mehr Infos www.dillenburg.de