Kleine Runde vom Steinwald zum Oxia-Aussichtspunkt
Das Pindosgebirge erstreckt sich in nord-südlicher Richtung über das Griechische Festland und trennt damit West- von Ost-Griechenland. Ein besonders lohnendes Ziel für Wanderer ist hier das Gebiet rund um die Vikos-Schlucht – im Guinness Buch der Rekorde als tiefste Schlucht der Welt eingetragen. Als Ausgangspunkt für Wanderungen eignet sich eines der Zagori-Dörfer, mit seinen mittelalterlich anmutenden Steinhäusern und engen, grob mit Steinen gepflasterten Wegen.
Wer sich eine lange alpine Tour durch die Vikos-Schlucht nicht zutraut oder nicht so viel Zeit investieren will, kann auch auf kurzen Wanderungen grandiose Eindrücke von der Schlucht und dem umgebenden Nationalpark mitnehmen. Der Oxia-Aussichtspunkt oberhalb von Monodendri lässt sich bequem mit dem Auto erreichen. Viel interessanter gestaltet sich jedoch die Annäherung auf dieser kurzen Wanderung durch den Steinwald und über almartiges Gelände.
von OutdoorWelten-Scout Michael Wagenbach
erstellt Oktober, 2020
Los geht’s am Parkplatz „Stone Forest“. Bei diesem „steinernen Wald“ handelt es sich um Felsformationen aus aufgeschichteten Platten, die aussehen wie von Menschenhand gemacht. Es macht Spaß in diesen Felsformationen herumzuspazieren, die Aussicht zu genießen und den wuseligen Eidechsen zuzuschauen.
Bei unserem weiteren Weg handelt es sich um einen nicht markierten Trampelpfad, der am Ende des Parkplatzes in der Kurve rechts von der Straße abzweigt. Die Pfadspuren sind deutlich erkennbar und auch im weiteren Wegverlauf kaum zu verfehlen. Im Zweifelsfall orientieren wir uns an der parallel verlaufenden Straße.
Zunächst noch vorbei an Felsformationen, später dann über almartiges Gelände führt uns der Pfad kurzweilig zum Aussichtspunkt. Unterwegs treffen wir auf friedlich grasende Rinder die von zwei genauso friedlichen Hütehunden „bewacht“ werden.
Kurz vor dem Aussichtspunkt biegen wir auf den gepflasterten vom Parkplatz kommenden Weg ein und stehen wenig später staunend am großartigen Oxia-Aussichtspunkt. Nach ausgiebigem Genuss des Panoramas, schlendern wir gemütlich über die wenig befahrene Straße zurück zum Parkplatz. Alternativ bietet sich natürlich auch der Hin- als Rückweg an.
Als kleiner Zwischenstopp auf der Hin- oder Rückfahrt bietet sich das verlassene Kloster „Monastery of Prophitis Elias“ an. Dazu ca. 700m nach dem Ortsende von Monodendri links an einem abzweigenden Wirtschaftsweg kurz vor einigen Stallungen parken. Dem oberen der beiden Wege folgen. Nach ca. 300m steht man am Kloster.
Das Kloster ist zwar halb verfallen, liegt aber äußerst idyllisch, umgeben von uralten Bäumen. Restaurierungsarbeiten scheinen im Gange zu sein.
In unserer Pension bekamen wir leihweise die Wanderkarte „Zagori 1:50.000“ zur Verfügung gestellt. Die Karte lässt sich sicher auch in den Souvenirläden vor Ort erwerben.