Die Vikos-Schlucht, Pindosgebirge in Griechenland

Das Pindosgebirge erstreckt sich in nord-südlicher Richtung über das Griechische Festland und trennt damit West- von Ost-Griechenland. Ein besonders lohnendes Ziel für Wanderer ist hier das Gebiet rund um die Vikos-Schlucht – im Guinness Buch der Rekorde als tiefste Schlucht der Welt eingetragen.

Als Ausgangspunkt für Wanderungen eignet sich eines der Zagori-Dörfer mit seinen mittelalterlich anmutenden Steinhäusern und engen, grob mit Steinen gepflasterten Wegen.
Im die Vikos-Schlucht umgebenden Vikos-Aoos-Nationalpark leben noch Luchse, Wölfe und Braunbären. Zu Gesicht bekommen wird man aber wohl eher etwas am Himmel: Gänsegeier und Adler sind hier heimisch.

Bei der hier vorgestellten Tour durch die Vikos-Schlucht handelt es sich um eine lange Wanderung mit alpinem Charakter die nicht zu unterschätzen ist – sogar eine seilgesicherte kurze Kletterstelle gilt es zu überwinden. Es geht durch unberührte Natur und besonders im Ab- und Aufstieg eröffnen sich großartige Blicke auf die bis zu 900m hohen steilen Felswände.

 

von OutdoorWelten-Scout Michael Wagenbach

 

Schwierigkeit
MITTEL bis SCHWER
Technik
Kondition
Erlebnis
Landschaft

Höhenlage

1058.22m
514.58m

Beste Jahreszeit

  • Jan
  • Feb
  • Mar
  • Apr
  • May
  • Jun
  • Jul
  • Aug
  • Sep
  • Oct
  • Nov
  • Dec
Einkehr

Auf der Strecke keine Einkehrmöglichkeit. Tavernen in Monodendri und Vikos.
Unterwegs gibt es 2 Wasserstellen: die erste direkt nach dem Abstieg, die zweite etwa auf halber Strecke.

Sicherheitshinweise

Es handelt sich um eine alpine Wanderung die Trittsicherheit voraussetzt.

Laut Aussage unserer Pensions-Wirtin kann es außer im August immer auch mal regnen und im Winter gibt es reichlich Schnee. Es empfiehlt sich die Wettervorhersage zu beachten. Wir hatten Mitte September ca. 5 min leichten Regen ;-)

Ausrüstung

Festes Schuhwerk, Stöcke, Wasser und genügend Verpflegung. Eventuell Regenjacke.

Barrierefrei
Nein
Kinderwagentauglich
Nein

Wir starten am zentralen Platz von Monodendri auf einem Sträßchen links an der Kirche vorbei. Der Weg ist zunächst mit „Vikos“ beschildert, später dann über-reichlich mit „Epirus-Trail“ markiert – einem weißen „e“ auf rotem Grund – so dass die Wegfindung kein Problem darstellt.

Zunächst führt uns ein grob gepflasterter Weg ca. 350 Höhenmeter in Serpentinen abwärts. Immer wieder eröffnen sich dabei schöne Ausblicke auf die steilen Felswände und den Verlauf der Schlucht. Am Grund der Schlucht angekommen wenden wir uns nach links, vorbei an einer Wasserstelle und nehmen das Flussbett in Augenschein. Leider führt der Fluss „Voidomatis Potamos“ kein Wasser – was wohl im Sommerhalbjahr der Normalzustand ist. Der steinige Bergpfad leitet uns jetzt etwas oberhalb des Flussbetts immer auf der westlichen Seite entlang durch die Schlucht. In einigem Auf- und Ab geht es abwechslungsreich über Geröll, felsige Abschnitte und durch idyllischen, moosbewachsenen Buchen- und Eichenwald.
Eine gewisse Spannung liegt immer in der Luft, da es im Nationalpark 150 freilebende Braunbären geben soll. Als es im Unterholz plötzlich knirscht und knackt wähnen wir uns schon einem Braunbären gegenüber – der entpuppt sich zu unserem Erstaunen jedoch als ein Gamsbock.

Kurz nach einer seilversicherten Kletterstelle bietet sich an einer Wasserstelle die willkommene Gelegenheit zum Rasten. Hier haben wir etwa die Hälfte der Strecke hinter uns gebracht. Ab jetzt wird der Pfad etwas ebener und damit einfacher zu begehen. Der Wald öffnet sich mehr und mehr und erlaubt wieder Ausblicke in die Schlucht. Immer wieder lassen sich kleine Abstecher zum Flussbett unternehmen, jedoch ist weiterhin kein Wasser in Sicht.
Nachdem wir uns in Wiesengelände etwas weiter vom Flussbett entfernt haben, treffen wir auf die Ausschilderung nach Vikos und beginnen den Aufstieg über 250 Höhenmeter. Sich bietende Gelegenheiten das Panorama zu bewundern, nutzen wir gerne um dabei zu verschnaufen. Am Ziel in Vikos angekommen lockt uns die Aussicht auf ein erfrischendes Kaltgetränk in die dortige Taverne.

Tipp des Autors

 

Transport: Da es sich um eine one-way Wanderung handelt, muss die Rückfahrt (oder Hinfahrt) organisiert werden. Wir waren zu sechst in einem Kleinbus unterwegs und ich habe den Bus am Vorabend zum Zielort nach Vikos gebracht. Unsere Pensions-Wirtin hat den dazu nötigen Rücktransport für mich organisiert.
Auf jeden Fall empfiehlt es sich die Transport-Frage vorab zu klären.

Verpflegung: In Monodendri gibt es nur eine sehr begrenzte Möglichkeit zum Einkaufen. Am besten noch vor der Fahrt Richtung Zagori-Dörfer mit Obst etc. eindecken. Die Unterkünfte bieten normalerweise auch Lunch-Pakete an.

Wanderung I: Die Tour kann natürlich auch in umgekehrter Richtung unternommen werden.

Wanderung II: Im Aufstieg nach Vikos konnten wir unten am Flusslauf eine Kapelle und auch Wasser erkennen. Der kurze Abstecher dorthin vor dem Aufstieg dürfte sich lohnen.

Kartenmaterial

In unserer Pension bekamen wir leihweise die Wanderkarte „Zagori 1:50.000“ zur Verfügung gestellt. Die Karte lässt sich sicher auch in den Souvenirläden vor Ort erwerben.

Öffentliche Verkehrsmittel

Start- und Endpunkt sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln praktisch nicht zu erreichen.

Anfahrt

440 07 Monodendri
Startpunkt ist der zentrale Platz mit mehreren Tavernen (neben der Kirche)

Parken

Direkt unterhalb des zentralen Platzes befindet sich ein Parkplatz.

Wohnmobilstellplätze

Einen ausgewiesen Stellplatz habe ich nicht entdeckt. Einer Übernachtung auf dem angeführten Parkplatz dürfte aber nichts entgegensprechen.


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Höhenprofil im Vollbildmodus der Karte
Schwierigkeit MITTEL bis SCHWER
Strecke 11.71km
Dauer 6 Std.
Aufstieg 380 m
Abstieg 690 m


GPS-Daten herunterladen:
GPX KML

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