Oben auf Plamort zeigt sich der Sommer von seiner klarsten Seite: weite Flächen, markante Gipfel und überraschende Spuren der Vergangenheit. Eine Hochebene, die nicht laut sein muss, um Eindruck zu hinterlassen.
© TVB Tiroler Oberland Nauders, Daniel Zangerl
Weite und Ruhe über Nauders
Es beginnt unspektakulär – und genau das macht den Moment so stark, wenn sich die Landschaft plötzlich öffnet. Ausgangspunkt ist die Bergstation Bergkastel oberhalb von Nauders, von hier führt der Weg in rund drei Stunden Gehzeit über die Hochebene. Mit einem Schritt steht man gefühlt über den Dingen: Plamort liegt weit und ruhig über Nauders – in unmittelbarer Nähe zur Grenze zwischen Österreich und Italien. Der Blick reicht vom Reschensee bis tief hinein in die Ortlergruppe, an klaren Tagen sogar weit darüber hinaus.
© TVB Tiroler Oberland Nauders, Daniel-Zangerl
Relikte aus einer anderen Zeit
Was sofort auffällt: Hier oben ist Platz. Keine engen Täler, kein dichter Wald, sondern eine offene Hochebene, die den Blick lenkt und den Kopf frei macht. Der Weg führt durch lichte Zirbenbestände und über sanfte Almböden – angenehm zu gehen, ohne ständig auf den nächsten Schritt achten zu müssen. Dazwischen grasen Pferde auf den weiten Flächen und unterstreichen die ruhige, ursprüngliche Atmosphäre. So bleibt Zeit, die Umgebung wirklich wahrzunehmen.
Und dann sind da diese Kontraste: Mitten in der Natur stehen Relikte aus einer anderen Zeit. Alte Panzersperren und Bunkerreste wirken fast fremd in dieser weiten Landschaft – und machen die Wanderung zugleich spannender. Man passiert sie, schaut genauer hin, geht weiter. Plamort war während des Zweiten Weltkriegs Teil des Alpenwalls in Südtirol und sollte zwischen 1938 und 1943 das faschistische Italien vor einer möglichen Invasion durch das nationalsozialistische Deutschland schützen.
© TVB Tiroler Oberland Nauders, Max Schumann
Gute Wege, große Aussichten
Ein Aussichtsfelsen bietet auf ca. 2000 m einen weiten Blick auf den klaren Reschensee und in das Vinschgau, mit seinen mächtigen Gipfeln wie Ortler, Cevedale und der Königsspitze. Wer mag, verlängert die Tour Richtung Stieralm oder kombiniert sie mit einem Abstieg ins Tal über die Lärchenalm – mehrere Varianten machen Plamort sowohl für Genießer als auch für ambitioniertere Wandernde interessant.
Plamort ist kein Ort für Superlative, sondern für ein rundes Erlebnis. Gute Wege, große Aussichten und genau die richtige Mischung aus Bewegung und Innehalten. Wer hier unterwegs ist, versteht schnell, warum gerade diese Hochebene zu den beeindruckendsten Plätzen rund um den Reschenpass zählt.
Das Tourenportal von Nauders bietet zahlreiche Inspirationen und Wanderungen, die individuell ausgewählt werden können – von Spazierwegen über herausfordernde Berg- und Klettertouren.
Info: www.nauders.com


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