Das UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald erstreckt sich zwischen Suhl, Oberhof, Ilmenau, Masserberg und Schleusingen und widmet sich seit 40 Jahren der nachhaltigen Entwicklung der Natur- und Kulturregion. Auf einer Fläche von 337 km² leben zahlreiche heimische Tier- und Pflanzenarten, darunter Rothirsche, Wildkatzen und Schwarzstörche. Die ruhige Natur lädt zum Wandern ein, wie auf dem bekannten Höhenweg Rennsteig, der das Reservat auf 30 Kilometern durchquert.

Eine Wiese mit einem Dorf im Hintergrund und ein Weg mit zwei Reitern
Blick auf Frauenwald © Bernhard Kühnlenz 

Geschichte, Kunst und tierische Erlebnisse in Frauenwald

Zu den höchstgelegenen Orten Thüringens gehört der Erholungsort Frauenwald auf 800 Metern Höhe. Direkt am Rennsteig gelegen, ist er mit seiner klaren Luft ein ideales Urlaubsziel für Wanderfans. Zudem gibt es hier besondere tierische Erlebnisse, wie Wildtierbeobachtungen, Alpakatouren oder Kremserfahrten. Historische Highlights erwarten Besucher:innen im Bunkermuseum Frauenwald, das eine spannende Zeitreise in den Kalten Krieg ermöglicht.

Eine lohnenswerte Wanderung, die hier ihren Ausgangspunkt hat, ist der Panoramaring Frauenwald. Der ca. 11 km lange Rundweg bietet beeindruckende Ausblicke auf die umliegenden Berge und Täler sowie „Naturkunstblicke“, die Kunst und Natur auf kreative Weise vereinen. Für kleine Wander:innen ist der Zwergenpfad mit Tastkasten, Balancierbalken, Tannenzapfenweitwurf ein echtes Highlight.

Eine Kunstfigur: Ein Mann aus Metall und eine Bank mit der Aufschrift Frauenwald
Panorama NaturKunstBlicke © Sabine Buechner

Kneipp, Goethe und der AtemWeg in Stützerbach

Nördlich von Frauenwald liegt der Luftkurort Stützerbach, der für seine lange Tradition in der Naturheilkunde nach Pfarrer Kneipp bekannt ist. Auch Goethe fand hier Inspiration, wie im Museum Goethehaus Stützerbach nachzulesen ist. Ein weiteres lohnenswertes Ziel ist das Heimat- und Glasmuseum, denn die Herstellung und Verarbeitung von Glas haben den Ort wesentlich geprägt. Für Erfrischung im Sommer sorgen die zahlreichen Schwimmbäder, wie die Badestelle Stützerbach Naturbad, traumhaft im Wald gelegen und mit Quellwasser gefüllt. 

Stützerbach ist Startpunkt für den Themenpfad AtemWeg der Naturerlebnisse mit bewusster Atmung und Entspannung verbindet. Die 3,3 km lange Tour führt durch den Wald und bietet an verschiedenen Stationen Übungen zur bewussten Atmung – perfekt für eine entschleunigende Auszeit.

Fünf Menschen stehen auf einer Holzplattform und machen Atemübungen
Übungen auf dem Atemweg © Stützerbach Kurverwaltung

Tourentipp: Der Doktor-Wald-Weg

• Länge: 13,4 km • Dauer: 3,5 Std. • Höhenmeter: auf/ab je 285 hm 

Als Verbindung zwischen Frauenwald und Stützenbach verläuft der 13 km lange Doktor-Wald-Weg. Dass ein Waldspaziergang viele positive Effekte hat, ist allgemein bekannt: Er hilft, zur Ruhe zu kommen, Stress abzubauen, das Immunsystem zu stärken und den Stoffwechsel anzuregen. Auf dem Wanderweg laden 15 Impulsstationen dazu ein, bewusst innezuhalten und den Wald auf den Doktor-Wald-Bänken, Himmelsliegen und Himmelsschaukeln mit allen Sinnen zu genießen. 

Eine Frau lehnt an einem Baum im Wald, im Vordergrund eine Bank
Stationen zum Innehalten auf dem DrWaldWeg © Thomas Müller

Wer die Tour in Stützerbach startet, gelangt direkt zu der Kneipp-Anlage mit Picknickstationen. Von dort führt die Route über einen Panoramaweg durch die artenreichen Berg- und Feuchtwiesen des Busselbachtals hinein in das Gläsertal. Der nächste Abschnitt verläuft an einer Wildruhezone im idyllischen Roten Grund. Dabei wird der Rennsteig zweimal gekreuzt.

Die Wanderung führt weiter durch geschützte Bergwiesen und Moore, die mit Pflanzen wie Arnika, seltenen Orchideen, Torfmoos und Wollgras beeindrucken. Ein Abstecher zum Rennsteigbahnhof, einem der höchstgelegenen Kopfbahnhöfe Deutschlands, lohnt sich – hier erwartet Wandernden ein Gasthof mit regionalen Köstlichkeiten. Der Rückweg nach Stützerbach führt entlang des rauschenden Lengwitz-Laufs durch das Göpferbachtal.

Info: www.stuetzerbach.de & www.frauenwald.de

von Marieke Wist 
Wandermagazin-Redaktion