Konrads Überquerungen: Das Erzgebirge

Eine mehrtägige Tour, grenzüberschreitend und ohne Gepäcktransport wie bei unserer Recherche hat bereits einen veritablen Erlebniswert. Bei dieser drei- oder viertägigen Wanderung kommt hinzu, dass man in einem Mittelgebirge bis auf Höhen um 800 m steigt, so dass auch an wärmeren Tagen das Wandern nicht durch zu hohe Temperaturen beeinträchtigt wird. Die Strecke führt im Frühling und Frühsommer an prächtiger Flora vorbei und es ergeben sich schöne Ausblicke auf entferntere Teile des Erzgebirges und bis zum Böhmischen Mittelgebirge. Da das Erzgebirge in Sachsen von Norden nach Süden nur allmählich ansteigt und im Süden auf kurze Entfernung stark abfällt, empfiehlt es sich, diese Wanderung im Norden zu beginnen.

Start: Freiberg (Mulde)
Ziel: Litvinov in der Tschechischen Republik

 

Text und Fotos von Dr. Konrad Lechner
Dr. Konrad Lechner ist passionierter Wanderführer im In- und Ausland und wurde 2008 zum Ehrenwanderführer des Deutschen Wanderverbandes ernannt. Die beliebte Serie "Konrads Überquerungen" erschien von 2002 bis 2012 im Wandermagazin. Wir holen die Touren über große und kleine Gebirgszüge nun aus dem Archiv und veröffentlichen sie hier in überarbeiteter Fassung.

Hier geht's zur dazugehörigen Reportage "Konrads Überquerung: Das Erzgebirge"

Schwierigkeit
MITTEL
Technik
Kondition
Erlebnis
Landschaft

Höhenlage

775.89m
297.18m

Beste Jahreszeit

  • Jan
  • Feb
  • Mar
  • Apr
  • May
  • Jun
  • Jul
  • Aug
  • Sep
  • Oct
  • Nov
  • Dec
Einkehr

Übernachtung 1. Etappe

Hotel-Restaurant Gasthof Weigmannsdorf
Hauptstraße 46
D – 09638 Lichtenberg/OT Weigmannsdorf
Telefon: +49 (0)37 323 – 5590
gasthof.weigmannsdorf@t-online.de,
www.gasthof-weigmannsdorf.de

Einkehr 2. Etappe

Gasthaus & Pension Alte Mühle
Hauptstraße 4
09619 Dorfchemnitz OT Voigtsdorf
Telefon: +49(0)37 365 - 1863
alte-muehle@web.de,
www.alte-muehle-erzgebirge.de

Übernachtung 2. Etappe

Altsächsischer Gasthof Kleines Vorwerk
Gasthofleiter: Robert Scharf
Mühlholzweg 12
09619 Sayda
Tel.: +49 37365 99910
info@kleines-vorwerk.de,
www.kleines-vorwerk.de

Übernachtung 3. Etappe

Hotel & Pension "Zum Einsiedler"
Neuhausener Straße 15A
09548 Deutscheinsiedel
Tel.: +49 (0)37362 160
kontakt@hotel-zum-einsiedler.de,
www.hotel-zum-einsiedler.de

 

Barrierefrei
Nein
Kinderwagentauglich
Nein

1. Etappe: Von Freiberg nach Weigmannsdorf 14 km, 4 Stunden, ↑ 159 m, ↓155 m

2. Etappe: Von Weigmannsdorf nach Sayda 19,5 km, 6 Stunden, ↑ 628 m, ↓ 388 m

3. Etappe: Von Sayda nach Deutscheinsiedel 13 km, 3,5 Stunden, ↑ 433 m ↓ 371 m

4. Etappe: Von Deutscheinsiedel nach Litvinov 14 km, 4 Stunden, ↑ 218 m ↓ 640 m

 

1. Tag: Freiberg (Bhf.) - Weigmannsdorf 14 km, 4 Stunden, ↑ 159 m, ↓155 m

Ausgehend vom Bahnhof Freiberg gehen wir rechts durch die Bahnhofstraße in östlicher Richtung, dann links durch die Stollnhausgasse zur Humboldtstraße. Auf dieser rechts zum Humboldtplatz. Hier wieder rechts durch eine Unterführung. Danach geradeaus weiter auf der Käthe-Kollwitz-Straße. Von dieser biegt man links ab und geht auf der Hegelstraße weiter. Deren Verlängerung, die Hauptstraße, führt zu einer Weggabelung. Hier biegen wir rechts auf die Straße „Am Daniel“ ab und folgen nun der Markierung roter Balken, die abgesehen von einer Unterbrechung nach dem Röschenhaus bis Weigmannsdorf bleibt. Zunächst passieren wir das „Danieler Huthaus“, dann geht es links ab und in südlicher Richtung weiter. Dabei sieht man am Wegrand mehrere Baudenkmäler aus der Zeit des historischen Bergbaus. Nach einer Linksbiegung des Weges erreicht man den Ortsteil Zug. Hier gehen wir rechts weiter und kommen auf der „Zugspitzstraße“ zu einer Kreuzung, die man geradeaus quert. Nach dem Parkplatz bei einer Wohnanlage führt unsere Route in ein Waldgebiet und später an einem Badeteich vorbei. Anschließend erreicht man am Waldrand am „Röschenhaus“ eine T-Gabelung, an der man rechts etwa 300 m weiter geht. Dann biegt man ohne Markierung nach einer Kurve links ab, zunächst etwa in nordöstlicher Richtung am Waldrand entlang, dann über freies Feld zu einer weiteren T-Gabelung und einem Aussichtspunkt an der „Gerichtsstraße“. Auf dieser rechts wieder mit der Markierung roter Balken bis Weigmannsdorf, wo sich eine Kirche aus dem 15. Jahrhundert mit einem sehenswerten Deckengemälde und das Gasthaus Weigmannsdorf, das Ziel des 1. Wandertages, befinden.

2. Tag: Weigmannsdorf – Sayda 19,5 km, 6 Stunden, ↑ 628 m, ↓ 388 m

Bis zu einer Weggabelung am Freibad nach Mulda folgen wir der Markierung roter Balken. Zunächst wandert man auf der Muldaer Geleitstraße etwa 1,5 km bis zu einem Vermessungspunkt in 503 m Höhe, der nicht in allen Karten als P 503 enthalten ist. Anschließend weiter auf der Alten Poststraße, die nach Mulda führt. Hier in der Verlängerung der Alten Poststraße folgen wir der Hauptstraße. Von dieser biegt man links ab, quert die Freiberger Mulde und wandert zwischen der Bahnlinie und der Mulde. Rechts weiter auf der Bahnhofstraße, anschließend über die Mulde zur Hauptstraße. Dies führt zu einer Weggabelung am Muldabad. Hier verlässt man die Markierung roter Balken und geht rechts mit der Markierung grüner Balken weiter, die bis zum Ortsende von Sayda (Heimatmuseum) erhalten bleibt, auf dem „Eppenflussweg“ weiter. Nach einem Wald erreicht man im Tal des Chemnitzbaches, an der von Mulda nach Dorfchemnitz führenden Straße entlang, einen Parkplatz. Nach einer kurzen Passage auf der Straße, queren wir diese und wandern auf dem „Wolfsgrund“ Weg weiter. Es geht am Weiler Wolfsgrund mit einem schönen Gasthaus (seit 11/2019 geschlossen) vorbei. Dann führt die Route an den Waldrand und durch ein Wäldchen hindurch. Nach diesem steigen wir in das Tal des Voigtsdorfer Baches ab und erreichen das Gasthaus Alte Mühle. Danach wandern wir wenige Meter auf der Hauptstraße, biegen dann rechts in den Dorfchemnitzer Weg ab. Dieser führt nochmals durch Wald, dann an Waldrändern entlang und schlussendlich hinab nach Sayda. Am Ortsrand verlässt man den markierten Weg, biegt nach rechts ab und geht zur Kirche mit ihrem herausragenden Turm. Er wurde nach einem verheerenden Brand im 19. Jh. neu errichtet. Das spätgotische Kirchenschiff ist aber noch von 1502. Anschließend gehen wir auf der Schulstraße bis zur Hauptstraße und auf dieser links am Friedhof vorbei zum Heimatmuseum mit einem regionstypischen Meilenstein. Nun folgt man der Markierung blauer Balken und E3, die bis zur Brüxer Straße in Neuhausen wegweisend bleibt. Dann verlaseen wir den Ort auf der Niederseiffenbacher Straße und biegen von dieser links auf dem Mühlweg ab, der zum Gasthaus Kleines Vorwerk führt, zum Ziel der 2. Etappe.

3. Tag: Sayda – Deutscheinsiedel 13 km, 3,5 Stunden, ↑ 433 m ↓ 371 m

Man geht zunächst durch das Mühlholz und dann an einem Schwemmteich vorbei. Weiter geht es auf der Alten Salzstraße nach Neuhausen. Hier wandert man zunächst auf der Freiberger Straße, dann durch den Schlosspark zur Hauptstraße und auf dieser zur Brüxer Straße. Von dieser biegt man rechts ab, folgt der Markierung roter Balken, dem EB und Wegweiser Schwartenberg. Man erreicht eine Weggabelung westlich des Schwartenberges. Hier kann man mit der Markierung roter Punkt den Schwartenberg (0,5 km) besteigen. Die Aussicht wird durch eine Orientierungstafel erläutert. Wir gehen zurück zum Ausgangspunkt dieses Abstechers. Weiter geht es mit der Markierung roten Balken und auf dem Glashüttenweg in den Kurort Seiffen hinein. Hier folgen wir links wenige Meter der Neuhauser Straße, von dieser auf der Bahnhofstraße bis zur Kirche. Nun gehen wir mit der Markierung grüner Balken weiter, verlassen den Ort in südöstlicher Richtung und wandern links am Ahornberg vorbei nach Deutscheinsiedel. Übernachtungsmöglichkeit besteht im Hotel Zum Einsiedler.

4. Tag: Deutscheinsiedel – Litvinov 14 km, 4 Stunden, ↑ 218 m ↓ 640 m

Man geht von Deutscheinsiedel auf der Straße bis zur Grenze, wo die Markierung grüner Balken endet und weiter mit der Markierung gelber Balken nach Mnίšek. An einer Weggabelung geradeaus weiter auf einer Straße, die in den Wald und zu einer weiteren Weggabelung führt. An dieser biegt man links ab und besteigt die Jeřabina (den Haselstein), wo man über Leitern einen wunderschönen Aussichtpunkt erreicht. Außerdem befindet sich hier eine Unterstellmöglichkeit. Der weitere Weg bis Litvinov ist mit rotem Balken markiert. Nach dem Abstieg vom Haselstein geht es weiter auf der Straße, wobei man einmal eine Kehre auf einem Weg umgehen kann. Dann biegt man links ab, verlässt die Straße und erreicht einen Stausee. Ausgehend von diesem steigt man zunächst entlang eines Baches bergauf. Nach einer scharfen Rechtsbiegung verläuft die Route am Nordosthang entlang, hoch über dem Stausee. Eine Abbiegung nach Süden und dann nach Osten führen zu „Pod Lounicemi“ der Siedlung Lounice, wo man nach langer Waldpassage wieder tolle Aussicht hat. Hier folgen wir rechts zunächst einer Straße, biegen dann links Richtung Pise ná ab, wo man nochmals Aussicht hat. Nach einer Abbiegung nach links quert man die Straße 271 und erreicht Litvinov auf der Straße 3072 (Tyrše a Fůgenera) auf dieser geht es rechts weiter und am dritten Kreisverkehr links auf der Straße Mostecká am lokalen Bahnhof Litvinov vorbei, und nach diesem rechts ab zum Bahnhof Litvinov mesto. Hier endet die Überquerung. Per Bahn gelangt man normalerweise problemlos an den Ausgangspunkt zurück.

Tipp des Autors

Die Rückreise aus der Tschechischen Republik ab Litvinov ist problemlos. Nach derzeitigen Fahrplänen erreicht man bei einer Abfahrt in „Litvinov mesto“ am frühen Nachmittag die meisten großen Städte in Deutschland spätestens um Mitternacht. Da die Gehzeit am letzten Tag von Deutscheinsiedel nach Litvinov nur etwa 3,5 Stunden beträgt, genügt es diese Etappe um 8 Uhr zu beginnen. Wenn man mit dem PKW nach Freiberg anreist, kann man von Litvinov am Nachmittag auch mit der Bahn direkt nach Freiberg zurückfahren. Möchte man die Tour nur in drei Tagen durchführen, empfiehlt es sich in Mulda zu beginnen, dann sind am Anreisetag bis zum Gasthaus Kleines Vorwerk in Sayda nur 14,5 km zu gehen. Die Fahrkarten für die Rückreise ab Litvinov kann man sich auch vorher in der BRD kaufen. Man beachte, dass es in Litvinov zwei Bahnhöfe, nämlich Litvinov und Litvinov mesto gibt. Dies sind aber nur wenige Minuten voneinander entfernt.

Kartenmaterial

Freiberg Tharandter Wald und Umgebung,
1 : 35 000, Verlag Dr. Barthel, ISBN 978-3-89591-121-7, Laufzeit der Karte bis 2022, 5,90 Euro

Osterzgebirge Kurort Seiffen und Umgebung,
1: 35 000, Verlag Dr. Barthel, ISBN 978-3-89591-056-2, Laufzeit der Karte bis 2019, 4,90 Euro

KRUŠNĖ HORY MOSTECKO,
1: 40 000, Vertrieb durch Freytag und Bernd, ISBN 978-80-7224-686-1, 8,95 Euro

Literatur

Schulze-Thulin, B., Erzgebirge, Bergverlag Rother, ISBN 978-3-7633-4517-5, 14,90 Euro

Öffentliche Verkehrsmittel

Freiberg (Sachs) DB Bahnhof

Freiberg (Sachs) – Mulda (Sachs) Freiberger Eisenbahngesellschaft

Anfahrt

09599 Freiberg (Sachs) bzw. 09619 (Mulda)


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Höhenprofil im Vollbildmodus der Karte
Schwierigkeit MITTEL
Strecke 59.09km
Dauer 3-4 Tage
Aufstieg 1387.14m
Abstieg 1500.91m


GPS-Daten herunterladen:
GPX KML

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