Die Wanderlieblinge in Dresden Elbland
Bei so unzählig vielen Wanderwegen in Deutschland fällt die Wahl manchmal gar nicht so leicht. In Dresden Elbland hat man deshalb sieben Wanderlieblinge auserkoren, damit Wandernde leichten Fußes die schönsten Seiten der Region kennenlernen – von barocken Gärten und Schlössern, zu stillen Auwäldern und in die sonnigen Weinberge an der Elbe.
Rund um die Städte Dresden, Pirna, Radebeul, Meißen, Moritzburg und Torgau im sächsischen Elbland gibt es viel zu entdecken. Die sieben Wanderlieblinge in Dresden Elbland bieten abwechslungsreiche Wege für jeden Geschmack. Mal entspannt durch stille Wälder, mal anspruchsvoll durch die engen Triebischtäler, aber immer auf gut markierten Wegen und durch eine reizvolle Kulturlandschaft. Wandernde finden sich nach nur wenigen Metern zwischen Weinbergen, Wäldern und Elbauen wieder.
Die Rundwanderwege machen den Kopf frei und öffnen den Blick für die liebliche Landschaft und die Kulturschätze der Region. So gehören zum Beispiel das pittoreske Jagdschloss Moritzburg auf dem 11 km langen Königsweg zu den Sehenswürdigkeiten oder der steil aufragende Götterfelsen aus Pechstein mit goldenem Gipfelkreuz nahe der Porzellanstadt Meißen.
Mediterranes Flair im kleinsten Weinanbaugebiet Deutschlands
Charakteristisch für Dresden Elbland sind vor allem die Weinberge, die sich am Elbufer hangaufwärts ziehen. Auf der kurzweiligen Seußlitzer Weinsichttour beispielsweise kommen Wandernde in den Genuss eines milden Klimas und fast mediterranen Charmes. In einem der kleinsten Weinanbaugebiete Deutschlands wird die Symbiose aus Natur und Kultur auf engstem Raum besonders spürbar.
Drei weitere Wanderlieblinge stellen wir euch etwas genauer vor.
Von Reblaus bis Spitzhaus – Die RebkulTour von Radebeul
Die sonnenverwöhnten Weinberge und weiten Ausblicke rund um Radebeul scheinen sich den Blicken der Wandernden geradezu anzubiedern. Doch hinter dieser offenen und malerischen Kulisse zeigen sich auf dem Wanderliebling RebkulTour auch der ein oder andere verborgene Weinberg mit verwitterten Weinbergsmauern und Spuren vergangener Jahrgänge. Nach der Reblaus-Katastrophe im späten 19. Jahrhundert wurden einige Weinberge aufgegeben. Hier ist die Natur auf dem Vormarsch und erobert die Kulturlandschaft allmählich zurück. Heute steht eine überdimensionale Skulptur der Zwerglaus am Aufstieg zur Albrechtshöhe, die einen fantastischen Ausblick über Radebeul und bei guter Sicht bis in die Sächsische Schweiz bietet.

Die RebkulTour zeigt den Wandel der Weinberge anhand verschiedener Erlebnisstationen sowie weitere Zeugnisse einer jahrhundertealten Weinbaukultur, u. a. die Überreste der alten Wasserversorgung Radebeuls, historische Winzerhäuschen wie das Spitzhaus – heute mit Restaurant und Sonnenterrasse – aber auch romantische Weingüter und Straußwirtschaften, in denen bis heute gelungene Weinkreationen probiert werden können. Den krönenden Abschluss der Tour bildet die Hoflößnitz, ein ehemals königliches Weingut, das heute unter anderem das Sächsische Weinbaumuseum beherbergt.
KARRAS-Rundweg – Auf den Spuren der Ritter von KARRAS
Auch dieser Wanderliebling nimmt Wandernde mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Zwischen Coswig und Schloss Moritzburg führt der 17 km lange KARRAS-Rundweg über schmale Waldpfade, entlang von Bächen und Teichen durch idyllische Kleinode. Der Name dieses Wanderlieblings geht zurück auf die Sagengestalt Ritter KARRAS. Er entstammte einem der reichsten Adelsgeschlechter im Kurfürstentum Sachsen, das vor ca. 600 Jahren einen großen Einfluss auf die Region hatte. Wer unterwegs auf dem KARRAS-Rundweg die Augen offenhält, wird Spuren dieses Einflusses finden, zum Beispiel das Wappen über dem Portal der Alten Dorfkirche in Coswig.

Zu den weiteren Highlights der Wanderung gehört das Jagdschloss Moritzburg – ebenfalls ein guter Start- und Zielpunkt der Wanderung – die Aussicht vom Hohen Stein ins Elbland oder der Seerosenteich im ehemaligen Steinbruch. Die Tour bietet entspanntes Wandern ohne größere Steigungen. Zudem gibt es mehrere Einkehrmöglichkeiten wie die historische Spitzgrundmühle und eine Abkürzung, mit der die Runde auf 9 km verkürzt werden kann.
Die Auwaldtour – Naturparadies zwischen Wasserläufen und Barockgarten
Wo sich die Große und Kleine Röder durch die Landschaft schlängeln, befindet sich eines der schönsten und grünsten Naturparadiese in Dresden Elbland. Die Auwaldtour verknüpft die Laubwälder der Flussauen und ihre stillen Sumpfgebiete mit weiten Wiesen und barocker Gartenkunst zu einem abwechslungsreichen Wandervergnügen auf einfachen Wegen. Der Barockgarten von Zabeltitz mit seinem Palais ist der kulturelle Höhepunkt der Tour: Nach französischem Vorbild 1728 angelegt, verzaubern noch heute die geometrischen Formen des Parks mit alten Linden, prächtigen Alleen und Hecken sowie kunstvollen Sandsteinfiguren.

Auf den 16 Kilometern des Wanderlieblings gibt es aber noch mehr Schätze zu entdecken: das große Gabelwehr, ein technisches Baudenkmal, das die Große Röder in drei Flussläufe aufteilt und damit noch heute dem Hochwasserschutz dient oder die historische Schafbrücke an der Geißlitz – ein prima Ort für eine Wanderpause. Der Auwald begeistert mit einer reichen Pflanzenvielfalt und mit etwas Glück lassen sich auch gefiederte Bewohner wie die Schwäne oder der scheue Eisvogel auf und am Wasser beobachten.
Info: www.visit-dresden-elbland.de/wanderlieblinge
Titelbild: Der Bismarckturm auf der RebkulTour bei Radebeul © Sebastian Weingart