Jura & Drei-Seen-Land: 3 Wanderungen mit Fotohighlights
Drei Wanderungen, unzählige Fotomotive: Ob Weinberge mit Seeblick, märchenhafte Moorlandschaften oder aussichtsreiche Juragipfel – wir stellen drei besonders lohnende Wanderungen mit dazugehörigen Fotohighlights vor und als Bonus einen spektakulären Fotospot für den Sonnenaufgang.
Die Fotoreise des Wandermagazins führte drei Leserinnen und Leser gemeinsam mit Bergfotograf Bernd Ritschel in das Jura & Drei-Seen-Land in der Schweiz. Unablässiger Regen am Moorsee in den Freibergen, Schneegestöber auf dem Chasseral und schließlich goldenes Morgenlicht am Creux du Van sorgten für völlig unterschiedliche, aber gleichermaßen faszinierende Fotobedingungen. Die Fotoreise hat eindrucksvoll gezeigt: Nicht das perfekte Wetter entscheidet über gelungene Bilder, sondern das Zusammenspiel aus Licht, Stimmung und dem Gespür, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.
>> Die Reportage zur Fotoreise lest ihr ab September in der Herbstausgabe Nr. 232 des Wandermagazins.
Komfortabel: Sowohl die Schweiz selbst als auch die drei Wanderungen sind bequem mit der Schweizer Bundesbahn, den Bergbahnen oder Bussen erreichbar. Mehr Infos dazu auf www.myswitzerland.com
1) Rebenweg am Bielersee
Diese 15 Kilometer lange Streckenwanderung führt schnörkellos durch die idyllischen Weinberge am Bielersee. Parallel zum Ufer bietet sich dabei stets der Weitblick über den See und die St. Peterinsel bis zu den Alpen sowie auf die umliegenden Rebhänge. Verwitterte Trockenmauern säumen die schmalen Pfade und charmante Winzerdörfer laden ein zu einem Bummel durch die Gassen oder einer Pause in den Weinkellern und gemütlichen Gaststätten wie das Restaurant zum alten Schweizer.
Start: Vingelz nahe Biel | Ziel: La Neuveville | Länge: 15 km | Höhenmeter: 248 m auf, 319 m ab | Mehr Infos
Fotohighlight: Kirche von Ligerz und Wasserfall in Twann




Die Weinbergkirche von Ligerz zählt zu den schönsten Fotomotiven entlang des Rebenwegs. Auf halber Höhe zwischen den Rebstöcken erhebt sich ihr markanter, spitzer Turm über dem Bielersee und zieht die Blicke schon von Weitem auf sich. Neben dem Panorama lassen sich rund um die alten Kirchenmauern ebenso reizvolle Details für die Makrofotografie entdecken.
Auf halber Strecke der Wanderung liegt das Winzerdorf Twann. In dessen Ortskern versteckt sich zwischen zwei historischen Häusern ein nicht allzu kleiner Wasserfall. Die Twannbachschlucht nimmt dahinter ihren Anfang und ist ebenfalls ein spannender Wandertipp, aber vor dem Wasserfall solltet ihr unbedingt das Stativ aufbauen und eine lange Belichtungszeit einstellen für eine Foto mit seidig, weichem Wasser.
2) La Randoline in den Freibergen
Die Rundwanderung La Randoline führt auf 12 Kilometern durch die hügelige Weidelandschaft der Freiberge. Das Hochplateau ist das Zuhause der letzten ursprünglich Schweizer Pferderasse, den Freibergern. Ausgehend vom Städtchen Saignelégier geht es über mal schmale, mal breite Wiesenwege vorbei an verstreut liegenden Höfen und zum Moorsee Etang de la Gruère. Es lohnt sich das stille Gewässer mit der Kamera in der Hand zu umrunden. Wurzelige Pfade und Bohlenwege führen zu märchenhaften Uferstelle, umgeben von dichtem Nadelwald. Auf dem Rückweg wartet noch ein weiterer kleiner Moorsee, Etang des Royes sowie eine Einkehrmöglichkeit mit gutem Essen in der Auberge de la Couronne.
Start/Ziel: Saignelégier, Halle du Marché-Concours | Länge: 12 km | Höhenmeter: auf/ab je 325 m | Mehr Infos
Fotohighlight: Etang de la Gruère






Der stille Moorsee gehört mit seiner verwunschenen Atmosphäre zu den bekanntesten Ausflugszielen der Region. Besonders bei bedecktem Himmel oder leichtem Regen wirken die Farben des dunklen Wassers, der schwimmenden Torfmoose und knorrigen Kiefern intensiver und schaffen eine fast mystische Kulisse. Statt weiter Landschaftspanoramen stehen hier Details und Stimmungen im Mittelpunkt – ideale Bedingungen für kreative Natur- und Makrofotografie.
3) Entlang der Chasseral-Krete
Diese Bergwanderung beginnt auf dem Grat des Chasseral auf 1.556 m Höhe. Von hier geht es stetig bergab zum Chaumont, dem Hausberg von Neuchâtel, und zum Finale der Tour mit der Standseilbahn hinunter ans Ufer des Neuenburgersees. Die Pfade sind zunächst schmal und führen durch das steile Gelände des Naturpark Chasseral bergab. Inmitten der Bergwiesen liegt die Mètairie d’Aarberg, ein traditioneller Berggasthof mit liebevoll hausgemachten Speisen.
Start: Bushaltestelle Chasseral Hotel | Ziel: Chaumont Bergstation | Länge: 15 km | Höhenmeter: 307 m auf, 769 m ab | Mehr Infos
Die Tour auf SchweizMobil
Fotohighlight: Grat des Chasseral






Das Alpenpanorama für spektakuläre Weitwinkelaufnahmen vom Grat des Chasseral haben wir an unserem Wandertag leider nicht gesehen. Der erneute Wintereinbruch sorgte allerdings für einige unerwartete Fotomotive. Im Frühjahr blühen zahlreiche verschiedene Pflanzen, es wachsen außerdem uralte sowie vom Wind bizarr verformte Bäume entlang des Weges. Wer mag kann vor der Tour noch den Abstecher entlang der Felskante zum Sendeturm machen, dem höchsten Punkt des Chasseral auf 1.606 m, für einen Weitblick bis zu den Alpen, auf die Drei-Seen-Landschaft und das Plateau de Diesse.
Bonus: Sonnenaufgang am Creux du Van
Für einen traumhaften Sonnenaufgang empfiehlt sich der Creux du Van im Val-de-Travers. Vom Parkplatz Le Soliat ist es nur ein kurzer Fußweg zum Felskessel. Die aufgehende Sonne lässt die hufeisenförmige Felswand sowie das bewaldete Tal zu unseren Füßen im goldenen Morgenlicht leuchten – zauberhaft! Dreht man sich um, erstreckt sich am Horizont die Alpenkette bis zum Mont Blanc. Das frühe Aufstehen und der kleine Spaziergang vom Felskessel zum Gipfelkreuz des flachen Plateaus lohnen sich!






Weitere Infos zum Jura & Drei-Seen-Land: www.j3l.ch
Titelbild: © Jan Turner