Wildnistrail im Nationalpark Eifel

Im Nationalpark Eifel dürfen tote Bäume zunehmend einfach umfallen und an Ort und Stelle verrotten. Die Nationalparkverwaltung hat den Auftrag, die Natur auf ihrem langen Weg vom ehemaligem Wirtschaftswald zurück zu mehr Wildnis zu begleiten. Auf vielen Schautafeln entlang des Weges wird der Umwandlungsprozess erklärt. Spätestens 2034, 30 Jahre nach der Gründung des Nationalparks, soll die Natur sich hier wieder frei entwickeln dürfen.

Im Winter hat man den 86 km langen Wildnistrail fast ganz für sich allein. Wer sich während der viertägigen Wanderung gerne unterhalten möchte, bringt sich seine Gesprächspartner also besser gleich mit. Mit der Abtei Mariawald, der ehemaligen NS-Ordensburg Vogelsang und der Wüstung Wollseifen, die Reste einer aufgegebenen Siedlung, ist auch kulturell und historisch einiges geboten.

Start: Zerkall
Ziel: Monschau

von den OutdoorWelten-Scouts Marion Eilers und Wolfgang Langen

Schwierigkeit
MITTEL
Technik
Kondition
Erlebnis
Landschaft

Höhenlage

625.12m
170.27m

Beste Jahreszeit

  • Jan
  • Feb
  • Mar
  • Apr
  • May
  • Jun
  • Jul
  • Aug
  • Sep
  • Oct
  • Nov
  • Dec
Einkehr

Es gibt in den Etappenorten zahlreiche Unterkunftsmöglichkeiten und Restaurants.

Sicherheitshinweise

Die letzten extrem trockenen Sommer haben auch im Nationalpark Eifel ihre Spuren hinterlassen. Schautafeln am Wegesrand warnen vor möglichem Windbruch.

Barrierefrei
Nein
Kinderwagentauglich
Nein

Zerkall – Heimbach 16,5 km
Wir haben den Startpunkt in Zerkall gewählt, weil die Anfahrt von Köln mit dem ÖPNV kürzer und die Etappe nach Heimbach die kürzeste ist. Somit ist beides entspannt am ersten Tag zu schaffen. Der Wildnistrail ist hervorragend in beide Richtungen mit dem Piktogramm der Wildkatze markiert. Zumeist gehen wir auf breiten und gut gepflegten Forstwegen. Auch auf den schmaleren Waldpfaden steht an jedem Abzweig ein eindeutiges Schild.
 

Heimbach – Gemünd 24,5 km
Am zweiten Tag, noch in Heimbach, lohnt sich ein kleiner Umweg in das immer noch in Betrieb befindliche Jugendstil-Wasserkraftwerk Heimbach an der Rur. Auf dem Wildnistrail erreichen wir dann zur Mittagszeit die Abtei Mariawald, das einzige (männliche) Trappistenkloster in Deutschland.. Hier lädt die für ihre Erbsensuppe bekannte Klostergaststätte zur Einkehr ein.


Gemünd – Einruhr 20 km
Am dritten Tag streifen wir die mächtige Anlage der ehemaligen NS Ordensburg Vogelsang. Wer hier noch nicht war, sollte diese, nach den Parteitagsbauten in Nürnberg zweitgrößte bauliche Hinterlassenschaft des Nationalsozialismus in Deutschland, unbedingt besichtigen. 3,5 km später erreichen wir die Wüstung Wollseifen, ein ehemaliges Dorf, welches die Einwohner 1946 auf Geheiß des britischen Militärs innerhalb von drei Wochen verlassen mussten.


Einruhr – Monschau 25 km
Am vierten und letzten Tag entscheiden wir uns gleich hinter Einruhr für die leichtere Route und verlängern dafür die Etappe bis Monschau. (Der eigentlich vorgesehene Zielort des Wildnistrails ist Monschau-Höfen, ein Ortsteil vor Monschau.) Auf dieser Variante sind die Wildkatzenschilder rarer als auf dem Hauptweg. Wir folgen deshalb der guten Beschilderung vom „Matthiasweg“. Dieser verläuft gleichmäßig ansteigend auf der sonnigen Westseite oberhalb des Erkensruhrtales. Das spart einige Höhenmeter und etwas Strecke gegenüber der Hauptroute. Während die Baumkronen im Sommer hier Schatten spenden, genießen wir im Winter das weiche Licht der tiefstehenden Sonne, für das man im Sommer früh aufstehen muss. Nach gut drei Kilometer mündet der Waldweg auf den Fahrweg im Tal. Wir ignorieren die Beschilderung in Richtung des gegenüberliegenden Anstieges und bleiben auf dem weiter gleichmäßig ansteigenden Fahrweg bis nach gut einem weiteren Kilometer von links der Wildnistrail mit unserem Weg verschmilzt. Von hier folgen wir wieder der Wildkatze bis zum Perlbachstausee. Hier kann man entweder bergan Richtung Höfen laufen, oder wie wir geradeaus weiter auf dem Eifelsteig nach Monschau.

Tipp des Autors

Samstags, Sonntags und an Feiertagen gibt es in Vogelsang um 11 und 14 Uhr sehr lohnende 90-minütige offene Führungen. In einem der ehemaligen "Kameradschaftshäuser", dem Gästehaus K 13, kann man nach Voranmeldung übernachten. Bei gutem Wetter lässt sich der Aufenthalt außerdem mit einer Veranstaltung des Sternenparks Eifel kombinieren.

www.vogelsang-ip.de
www.nationalpark-eifel.de/sternenpark
 

Achtung: Bei unserer Winter-Tour war im Etappenort Einruhr dienstags Ruhetag. Verpflegung für den Abend sollte man sich besser im Vorfeld besorgen.

Öffentliche Verkehrsmittel

Bahnhof Zerkall: Rurtalbahn RB21 ab Düren

Monschau: Parkhaus Monschau Bus SB66 Richtung Aachen Rothe Erde (Bahnhof)

Anfahrt

Nationalpark-Infopunkt Zerkall
Auel 1, 52393 Hürtgenwald

Parken

Parkplatz nahe des Infopunkts


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Höhenprofil im Vollbildmodus der Karte
Schwierigkeit MITTEL
Strecke 86.43km
Dauer 21,5 Std. (4 Tagesetappen)
Aufstieg 1830 m
Abstieg 1600 m


GPS-Daten herunterladen:
GPX KML

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