5 Punkte, auf die du achten solltest bei einer Tagestour
Du willst aufbrechen und los wandern – super! Die Motivation ist also da. Aber wie entscheidest du dich für eine Tour, was solltest du beachten und welche Angaben helfen bei der ersten schnellen Auswahl?
Wir haben die fünf wichtigsten Punkte für dich herausgesucht. Wichtig dabei: Alle diese Angaben und Werte beeinflussen sich gegenseitig und lassen nur in ihrer Gesamtheit eine realistische Einschätzung zu.
1| Distanz
Tagestouren starten in der Regel ab sieben Kilometer Länge und können bis zu 30 Kilometer Strecke reichen. Wichtig bei der Entscheidung ist hierbei vor allem das Höhenprofil zur Distanz zu beachten.
Eine sieben Kilometer Tour im alpinen Raum kann durchaus zu einem mehrstündigen Ausflug werden, wenn die Höhenmeter mit mehr als 350 Hm angegeben werden.
Dagegen sind 25 Kilometer mit ingesamt 400 Höhenmeter gut für eine ausgedehnte Tagestour zu verstehen.
Merke: Eine geringe Distanzangabe bedeutet nicht gleich eine einfache Tour.
Ebenfalls zu beachten ist hierbei der Typ der Wanderung. Also ob es sich um eine Rundtour mit identischen Start- und Zielpunkt oder einer Strecke handelt. Für letzteres sollte die Rückreise zum Ausgangspunkt, falls dort das Auto oder die ÖPNV Haltestelle liegt, einkalkuliert werden.
Relevant ist auch die Jahreszeit. Im Sommer kann viel Strecke bis spät in den Abend geschafft werden. Das Licht reicht aus. Im Herbst und Winter dagegen sollte die frühe Dämmerung und Dunkelheit mit einkalkuliert werden. Eine Stirnlampe im Gepäck macht dann Sinn, falls man ungeplant länger braucht.
2| Höhenmeter
Höhenmeter sind nicht leicht einschätzbar, wenn man noch wenig Erfahrung hat. Nicht nur die Summe der Höhenmeter auf einer Tour sind ausschlaggebend. Auch die Verteilung der Höhenmeter über den Verlauf des Weges sollte beachtet werden.
Hierzu lohnt sich immer ein Blick auf das Höhenprofil. Hier erkennt man schnell, ob besonders steile Passagen vorliegen oder ob sich die Höhenmeter über die gesamte Strecke relativ gleichmäßig verteilen.
Hinweis: Höhenmeter vs. Die Höhenmeter
Es macht durchaus einen Unterschied in welcher Höhe die gewählte Wanderung bereits startet und wie weit es weiter raufgehen wird. Wer selten im bergigen, alpinen Gelände unterwegs ist, wird die Höhenmeter deutlich mehr spüren, als eine Person, die sich sehr oft in diesen Lagen aufhält.Das bedeutet, dass man seine eigene Leistungsfähigkeit etwas anders einschätzen bzw. zur Sicherheit mehr Zeit für eine Tour und die Höhenmeter einplanen sollte, als die Distanz der Tour es eigentlich fordern würde.
3| Gelände
Wo führt der Weg lang? Bist du im alpine Bereich unterwegs? Geht es eher flach über Heideflächen? Oder durch dichte Wälder mit Schluchten und Felsmassiven?
Jedes Gelände kann seine Tücken in sich bergen:
- Die flache Heidefläche bietet wenig Wind- und Sonnenschutz und vielleicht musst du auch mal durch sandige Böden laufen. Das kann durchaus anstrengend werden.
- Im alpinen Bereich sind die Pfade vielleicht durch den letzten Regenschauer ausgeschwemmt und man kommt nur langsam voran. Außerdem sind schnelle Wetterumschwünge im Gebirge zu beachten.
- Und im Waldgebiet führt der Weg in Schluchten hinunter und zügig wieder heraus, das aber mehrmals hintereinander. Auch hier kann der Weg auf Grund von Regen oder Baumfallzonen teilweise schwer begehbar sein.
4| Wetter/ Saison
Die Jahreszeiten bestimmen die Landschaft und damit auch die Wegbeschaffenheit. Stürme, Gewitterfronten, Schnee, Nebel und Regen, aber auch Hitze und Schwüle beeinflussen die Planung einer Tagestour.
Mit guter, anpassungsfähiger Kleidung und einem Blick auf ein Wetter-Radar oder App, kann man sich aber sehr gut auf die ein oder andere Situation vorbereiten.
5| Tagesform
Ein nicht zu unterschätzender Faktor bei der Auswahl einer Wandertour ist dein eigenes Gefühl.
Fühlst du dich fit? Bist du neugierig und gespannt auf die Tour? Schwirrt dir gerade einiges anderes aus dem Alltag durch den Kopf? Hattest du vor kurzem eine Erkältung? Und für Frauen stellt sich auch oft die Fragen, wo man sich gerade im Zyklus befindet.
Jetzt musst du aber nicht jedes Mal einen Fragebogen innerlich ausfüllen. Vielmehr geht es darum, dass du durch Erfahrungen und ein gutes Gespür für die Bedürfnisse des eigenen Körpers die passende Tour einplanst. Sei dir ehrlich gegenüber, dann hast du am Ende umso mehr Spaß unterwegs.
Tipp: Kommuniziere dein Unwohlsein oder „nicht ganz fit“ mit der Wanderbegleitung. Habt ein Auge aufeinander und gebt euch mehr Zeit, wenn sie gebraucht wird und motiviert euch gegenseitig.
Risikoarmer Wanderspaß – überall
Ganz wichtig bei allen hier genannten Punkten: Begib dich nie in unnötig risikoreiche Wandersituationen. Besonders im alpinen Bereich und entlegenen Regionen gilt dieses Kredo.
Du willst beim Wandern Spaß haben, die Natur genießen und dabei die ein oder andere eigenen Herausforderung erleben – das alles klappt besonders gut, wenn eine Person dabei ist, die genau weiß, worauf man sich einlässt.
Nimm die Angebote von Wandervereinen und geführten Touren von Experten:innen an, höre auf die Empfehlungen und Einschätzungen der lokal Ansässigen und den lokalen Tourismuseinrichtungen.
Was, wenn ich die Tour dennoch nicht richtig eingeschätzt habe?
Die Frage, ob man eine Wanderung abbricht, stellt man sich hoffentlich nur selten. Aber es kommt vor. Wichtig dabei: frühzeitig auf Signale der unmittelbaren Umgebung, des Körpers und das Bauchgefühl zu hören.
Wir haben uns dazu im Wandermagazin-Team ausgetauscht und unsere Erkenntnisse und Erfahrungen zusammengetragen.
Titelbild: Unterwegs auf dem Grünen Band © Ricarda Große