Wandern am Wasser in Niederösterreich
Klammen, Schluchten, Wasserfälle und Seen: In Niederösterreich erleben Wandernde das Wasser in all seinen Facetten, von der glatten, stillen Oberfläche der Seen bis zu rauschenden Fällen und plätschernden Flüssen. Das Element Wasser spendet sowohl tiefe Ruhe als auch neue Energie.
Stille Seen
Nordisch wirkende Bergseen, Badegewässer, Stauseen und Teiche säumen den Rand der zahlreichen Wanderwege. Der Lunzer See und der Erlaufsee mit seinem türkisgrünen Wasser strahlen eine ganz besondere Kraft und Ruhe aus. Es lohnt sich, kurz innezuhalten, die Spiegelungen auf der Oberfläche wirken zu lassen und ein bisschen zu staunen. Von der Mehrtagestour Kamptal-Seenweg 620 bis zu gemütlichen Tagesausflügen findet hier jede:r seine richtige Tour.

Tourentipp: Vom Lunzer See über Mittersee und Obersee hinauf zum Dürrenstein
Länge: 15,15 km | Dauer: ca. 6,5 Std. | Höhenmeter: auf 1.241 hm / ab 515 hm
Unberührte Natur, drei völlig verschiedene Seen und ein markanter Gipfel prägen diese Tour. Sie startet am glatten Lunzer See, der mit mystischen Spiegelungen beeindruckt. Vorbei am Schloss Seehof führt der Weg durch das Seebachtal. Der Mittersee begrüßt Wandernde mit glasklarem Quellwasser, bevor der unterirdische Wasserfall „Brüllender Stier“ und der 60 Meter hohe Ludwigsfall die Stille eindrucksvoll durchbrechen.
Ein wahres Naturjuwel ist der mystische Obersee – ideal für eine kurze Rast vor dem steilen Anstieg zum Leonhardikreuz. Vorbei an der Schachtdoline „Großes Schneeloch“ wird schließlich der 1.878 Meter hohe Dürrensteingipfel erreicht. Hier warten das kunstvolle Töpperkreuz und ein 360-Grad-Panorama. Der Abstieg erfolgt über eine karstige Hochfläche voller alpiner Blumen bis zur Ybbstalerhütte.
Wilde Schluchten
Seit Jahrtausenden formt die Natur kraftvolle Schluchten, in denen das Wasser wild durch das Gestein rauscht. Ein beeindruckendes Beispiel dafür ist die Ysperklamm, die früher für den Holztransport (die Holztrift) genutzt wurde. Aber auch die Ötschergräben im Naturpark Ötscher-Tormäuer mit ihren steilen, kalkweißen Wänden und hohen Wasserfällen sind einen Besuch wert.

Wandertipp: Druidenweg – Ysperklamm, Nr. 31
Länge: 8,25 km | Dauer: ca. 4 Std. | Höhenmeter: auf 494 hm /ab 495 hm
Eine eindrucksvolle Wanderung entlang der tosenden Ysper durch massiven Weinsberger Granit, mit sagenumwobenen Druidenplätzen. Die Strecke ist wegen ihrer hohen Qualität mit dem „Österreichischen Wandergütesiegel“ als „besonders wertvoll“ zertifiziert.
Wandernde folgen auf dem Druidenweg den Spuren der Kelten zu ihren geheimnisvollen Kraftorten, an denen einst priesterliche Versammlungen abgehalten wurden. Nach der Klamm führt der Weg durch unberührten Wald hinauf zum Kaltenbergkreuz, von wo aus man eine herrliche Aussicht auf das südliche Waldviertel und den Peilstein genießt.
Rauschende Wasserfälle
Wenn tosende Wassermassen in die Tiefe stürzen und sich in türkisblauen Gumpen sammeln, spürt man die pure Kraft der Natur. Neben dem Trefflingfall, der mit 120 Metern Fallhöhe der höchste Wasserfall Niederösterreichs ist, locken auch unzählige kleinere Fälle in Schluchten mit mystischen Wassernebel.

Tourentipp: Über die Gemeindealpe in die Ötschergräben
Länge: 17,69 km | Dauer: ca. 6 Std. | Höhenmeter: auf 263 hm / ab 1.062 hm
Diese abwechslungsreiche Bergtour verbindet die Aussichtsgipfel der Gemeindealpe mit den tiefen Schluchten der Ötschergräben und belohnt mit weiten Panoramablicken über das niederösterreichische und steirische Bergland. Vom Naturparkeingang Mitterbach geht es hinauf zum Gipfel der Gemeindealpe und zum Terzerhaus (auch per Sessellift erreichbar).
Schmale Pfade leiten weiter zum Schutzhaus Vorderötscher, das sich perfekt für eine gemütliche Rast anbietet. Danach folgt das Highlight: der Weg durch die Ötschergräben, vorbei am beeindruckenden Schleierfall und Mirafall, mit einer Einkehrmöglichkeit beim Ötscherhias. Zum Abschluss erreichen Wandernde den malerischen Erlaufstausee. Von hier aus kann die Wanderung entweder zu Fuß nach Mitterbach abgeschlossen oder ganz entspannt die Mariazellerbahn für den Rückweg genutzt werden.


Abkühlung an Natur- und Flussbadeplätzen
Abtauchen, Kraft tanken und die Seele baumeln lassen: der Erholungsfaktor beim Baden in freier Natur ist groß. In Niederösterreich warten dafür zahlreiche Plätze, die sofort für Urlaubsstimmung sorgen. Zur Auswahl stehen etwa die glasklare Ybbs mit einladenden Sandbänken, die wildromantische Erlaufschlucht mit ihren ruhigen, waldgesäumten Felsenbecken oder die breite Donau mit feinen Sandstränden und kühlem Wasser am Auwaldrand.
Alle Badeplätze im Überblick gibt es hier.
Weitere Infos: www.niederoesterreich.at
Titelbild: Lunz, Obersee, Mostviertel © Niederösterreich Werbung/Sabine Wieser