Die Rhön ist schön: Tourentipps zum Nachwandern
Die Rhön erstreckt sich über Hessen, Bayern und Thüringen und wird unter Wandernden oftmals mit der Hohen Rhön rund um die Wasserkuppe gleichgesetzt. Die stellt jedoch nur den zentralen Teil des bis zu 950 m hohen Gebirges dar.
Im Osten der Rhön liegt das Grabfeld, einer dieser vergessenen Teile der Rhön, wo sich eine völlig andere Landschaft findet und wo ich drei Wandertage verbringen werde.
Die Touren sind im Rahmen der Serie “Deutschland zu Fuß entdecken” entstanden. Die gesamte Reportage erschien in der Sommerausgabe des Wandermagazins Nr. 223.
Tourentipp 1: Auf die Gleichberge
Wie Inseln ragen Großer und Kleiner Gleichberg in ihrem waldigen Gewand aus dem flachwelligen Grabfeld empor. Grandiose Blicke in nahezu jede Richtung, einsame Waldpfade und geschichtsträchtige Schauplätze reihen sich auf der Tour über beide Gipfel abwechslungsreich aneinander. Mit etwas Glück hat der Biergarten des Waldhaus Hotels geöffnet und sorgt für Erfrischung zwischen den Bergen.
Tourentipp 2: Auf dem Grenzgänger
Einen Ausflug in dunkle Zeiten verspricht der Grenzgänger bei Trappstadt. Hier wandert man entlang der Grenzwege an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze mit ihren charakteristischen Lochbetonplatten. Unterwegs gibt es zahlreiche Stationen und Infotafeln, die spannende Hintergründe über das Geschehen an der deutsch-deutschen Grenze vermitteln. Das Grüne Band entlang der ehemaligen Grenze ist heute ein wertvoller Lebensraum und bildet die Szenerie der Halbtagestour. Dank Spanshügel und Grabfeldblick kann man obendrein noch weit in die Ferne blicken.
Tourentipp 3: Zu Saale und Salzburg
Die grünen Wiesen und Auen entlang der Saale sind genauso wunderschön wie die alten Mauern der Salzburg, die über Neustadt a. d. Saale thront. Diese Tour, die teilweise über den Stadtwanderweg von Bad Neustadt a. d. Saale führt, verläuft über malerische Feld-, Wiesen- und Waldwege zu beiden dieser Sahneseiten von Neustadt. Darüber hinaus beeindruckt der Tiefblick von der Aussichtskanzel in den Steinbruch bei Salz, der gleichermaßen an eine Science-Fiction-Szenerie oder den Grand Canyon in den USA erinnert.
Planung
Anreise mit dem Auto: Das Grabfeld ist über die A71 oder von der Hohen Rhön im Westen aus zu erreichen. Als zentraler Ort eignet sich Bad Königshofen i. Grabfeld.
Anreise mit dem ÖPNV: Lediglich die westlichen Städte Bad Neustadt a. d. Saale und Mellrichstadt sind gut an das Netz der
Deutschen Bahn angeschlossen.
Infos: Eine gute, zentrale Infostelle zum Grabfeld gibt es nicht, einige Infos sind unter www.grabfeld-grenzenlos.de und
www.rhoen.info zu finden.
Jahreszeit: Der Sommer wirkt wie gemacht für das Grabfeld, wenn die zahllosen Wiesen und Felder mit Farbe geschmückt sind und die Aussichtspunkte von den wenigen, dafür umso imposanteren Bergen die Blicke auf die farbenreichen Landschaftsgemälde freigeben. Wenn Leben in der Bude herrscht und die Natur am Grünen Band voll im Saft steht.
Wandertipps: Die Wanderinfrastruktur der Region ist in Ordnung, jedoch teilweise zerstreut und nicht flächendeckend. Durch die unterschiedlichen Zuständigkeiten und Teilregionen sind Informationen oftmals nur lokal zu finden, da sich das Grabfeld nicht als eigenständige Wanderregion präsentiert. Die Suche nach passenden Wanderrouten sowie Infos und die Navigation im Gelände gestalten sich daher stellenweise kompliziert.
Kartenempfehlung: Als Rad- und Wanderkarte empfiehlt sich die Wanderkarte „Kompass Karte 815, „Haßberge/Grabfeld“ im Maßstab 1:50.000 vom KOMPASS-Verlag, ISBN:978-3-85026-187-6.
Außerdem zu empfehlen sind die digitalen Tourenportale Outdooractiveund Komoot mit Open-Streetmaps als Kartengrundlage zum Zusammenstellen von individuellen Touren.
Titelbild © Jarle Sänger